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Morning Briefing Google verzichtet auf neue Technik

21.01.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

früher handelte Google nach dem Grundsatz: Action schlägt Recht. So brachte der US-Internetkonzern alte Bücher ins Netz oder fotografierte Häuser für Google Street View, die Prozesse dagegen kamen später. Doch nun, wenn es um Dienste auf der Basis von Gesichtserkennung geht, plädiert Sundar Pichai, CEO der Google-Mutter Alphabet, für ein Moratorium – kurz bevor die EU einen Vorschlag in dieser Sache machen will. Man rolle die neuen Services nicht aus, weil sie für ruchlose Taten genutzt werden könnten, so der Manager. Die Regulatoren sollten lieber Richtlinien und Normen zum Nutzen der Technologien ganz oben auf die Agenda setzen: „Gesichtserkennung ist beladen mit Risiken.“ Der Silicon-Valley-Raubtierkapitalismus entdeckt das Prinzip Samtpfote.

Heute wird auf dem internationalen Almauftrieb namens „Weltwirtschaftsforum“ in Davos eine Studie der US-Kommunikationsagentur Edelman vorgestellt, die tief blicken lässt. Danach sind 55 Prozent der befragten Deutschen der Überzeugung, der aktuelle Kapitalismus schade mehr, als dass er helfe. Nur zwölf Prozent glaubten noch, dass das System ihnen nützt, referiert die „Frankfurter Allgemeine“, die das Zahlenwerk vorab zur Verfügung hatte. Generell schauen gemäß der Edelman-Werte lediglich 23 Prozent der Deutschen optimistisch in ihre ökonomische Zukunft, nur Frankreich (19 Prozent) und Japan (15 Prozent) sind noch mehr in Moll gestimmt. Dagegen geben sich Inder (77 Prozent), Chinesen (69 Prozent) und Amerikaner (43 Prozent) als richtige Optimisten.

Die 3,6 Millionen EU-Bürger und Schweizer, die in Großbritannien wohnen, können trotz Brexit auf gute Behandlung hoffen. Das Oberhaus stimmte für eine Regelung, diesen Personenkreis mit einem zusätzlichen Dokument auszustatten. Bisher sieht das geänderte Brexit-Gesetz der Regierung vor, dass die Ausländer ein Bleiberecht beantragen können – woraufhin sie einen elektronischen Code erhalten, der Behörden und an Flughäfen ihren Aufenthaltsstatus anzeigt. Die Änderung des House of Lords muss wiederum morgen vom Unterhaus bestätigt werden – ansonsten geht das Ganze wieder von vorne los. Das Leben ist manchmal ein Tischtennisspiel.

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    Familienunternehmen Bahlsen sucht externen CEO Quelle: Bahlsen/Julia Bahlsen
    Susanne und Werner Michael Bahlsen: Das Unternehmer-Ehepaar hat vier Kinder.
    (Foto: Bahlsen/Julia Bahlsen)

    Das alte Ideal von Familienunternehmen sieht vor, dass einer aus der Dynastie auch als CEO das Zepter führen sollte. Doch mitunter ergeben sich so starke hausgemachte Probleme, dass es zur Implosion kommt. Im Keksunternehmen Bahlsen zieht man jetzt nach turbulenten Monaten die Reißleine und sucht einen externen CEO – ein Jahr, nachdem der alte Vorstandschef Michael Hähnel desertiert war. Werner Michael Bahlsen und seine Frau Susanne räumen im großen Handelsblatt-Gespräch ein, dass man in wichtigen Absatzregionen wie den USA oder Großbritannien in die Verlustzone geraten ist. 95 Prozent ihrer Anteile haben sie bereits den vier Kindern übertragen, wobei die Tochter Verena fallierte, als sie die Verantwortung der Familienfirma für das Leid von Hunderten Zwangsarbeitern in der Nazi-Zeit herunterspielte. Die Debatten hätten die Familie zusammengeschweißt, so Senior Bahlsen, das sei die eigene Stärke – „obwohl es natürlich ab und zu rumpelt, auch mal Tränen fließen“.

    Es ist eine Wende im strapazierten Immobilienmarkt: Erstmals seit 2005 sind im Jahr 2019 die Mieten leicht gesunken. Selbst in Metropolen wie München und Berlin gaben die Mieten etwas nach, zeigt eine Studie des Analysehauses F+B. Die Kaufpreise, insbesondere für Eigentumswohnungen, steigen dagegen stark an. Für Investoren wird es dabei schwierig, die erwartete Eigenkapitalrendite von rund 3,5 Prozent zu schaffen. Die Bundesbank warnte zuletzt, die Preise für Eigentumswohnungen, aber auch für Einfamilienhäuser, könnten übertrieben sein. Es gibt keine reine Wahrheit, schreibt Christian Friedrich Hebbel, aber ebenso wenig einen reinen Irrtum.

    In den letzten Wochen taucht in der Energiepolitik immer wieder mal ein überraschender Vorschlag auf: Atomkraft länger zu nutzen, bis Erneuerbare Energien so weit sind. Gestern Abend, bei einem Talk anlässlich der „Energy Awards“ des Handelsblatts und seiner Partner in Berlin, räumten zwei Brancheninsider radikal mit der Nuklear-Idee ab: Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin der Verbands BDEW, sowie Stefan Dohler, CEO des Energiekonzerns EWE. Er habe nicht früher bei seinem Ex-Arbeitgeber Vattenfall in der Atomkommission lange über die Abwicklung gestritten, damit Kernkraft jetzt wiederkomme, erklärte Dohler. Höchstens international sei ein Einsatz denkbar. Andreae wiederum verwies auf ungelöste Entsorgungsprobleme des radioaktiven Abfalls: „Niemand will an Innovationen für die Kernkraft arbeiten.“ Für ihr „Atomkraft, nein Danke“ bekamen die beiden herzlichen Applaus.

    Quelle: dpa
    BBC-Chef Tony Hall tritt im Sommer als Chef der BBC zurück.

    Und dann ist da noch Tony Hall, der den öffentlichen Rundfunk für eine „ewige Idee“ hält – und der doch im Sommer in London als Chef der altehrwürdigen BBC nach sieben Jahren zurücktritt. Er wird dann die National Gallery leiten. Es sei eine harte Entscheidung gewesen, so Hall, wenn er seinem Herzen folgte, würde er ehrlicherweise niemals gehen wollen. Sein Nachfolger wird die Verhandlungen mit der Regierung über eine neue Lizenz und eine neue Innere Verfassung („Royal Chapter“) führen müssen. Premier Boris Johnson und konservative Gefährten haben bereits mit einer Abschaffung der alten Gebühr gedroht – die durch eine Art Abopreis wie bei Netflix ersetzt werden könnte. Hier passt der Klassiker von Oscar Wilde: „Heutzutage kennt ein Mensch von allen Dingen den Preis und von keinem den Wert.“

    Ich wünsche Ihnen einen wertvollen Tag, ohne dass Sie das Gefühl für Preise vergessen. Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

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