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Morning BriefingWer tritt 2028 für die Demokraten an?

16.10.2025 - 06:17 Uhr
Christian Rickens Foto: Handelsblatt
Morning Briefing

US-Wahl 2028: Ausblick eines Polit-Insiders

16.10.2025
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Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser!

Beto O’Rourke gilt als Ausnahmetalent der US-Demokraten – und als deren tragische Figur. 2019 scheiterte er mit seiner Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, 2022 bei den Gouverneurswahlen in Texas. Trotz dieser Niederlagen ist er beliebt geblieben. Seine Popularität nutzt er, um die Opposition gegen Trump zu organisieren.

Im Interview mit Handelsblatt-Politikchef Moritz Koch erinnert O'Rourke an eine in Europa nahezu vergessene Episode der amerikanischen Geschichte. Vor knapp 100 Jahren habe es eine ähnliche Situation wie heute gegeben: einen Aufstieg von Populisten. Amerika hätte sich schon damals in eine autoritäre Richtung entwickeln können, so O'Rourke:

Charles Lindbergh war der Trump der damaligen Zeit – berühmt, charismatisch, von ihm stammt der Slogan America First, den Trump übernommen hat. Der Prediger Father Coughlin dominierte das Radio – autoritär, antisemitisch, rassistisch. Er war eine Art Elon Musk.

Tatsächlich war der berühmte Atlantikflieger Lindbergh der bekannteste Sprecher des America First Committee (AFC), einer Bewegung, die die Teilnahme der USA am Zweiten Weltkrieg zu verhindern suchte. Von einem Einzug ins Weiße Haus war Lindbergh allerdings weit entfernt.

Beto O'Rourke Foto: Getty, AFP, Reuters, brckmnn [M]

O’Rourke hat hier womöglich eher den Roman „Verschwörung gegen Amerika“ von Philip Roth im Kopf, in dem Lindbergh tatsächlich zum US-Präsidenten aufsteigt und das Land in einen antisemitischen Unrechtsstaat verwandelt.

O’Rourkes Befürchtung:

Trump versucht, die alternative Realität von 1932 wahr werden zu lassen. Was, wenn wir Lindbergh gewählt hätten? Eine Antwort darauf erleben wir heute.

Wie gesagt, Lindbergh stand 1932 gar nicht zu Wahl. Spannend ist eher O’Rourkes Ausblick auf die kommende US-Präsidentschaftswahl. Er sieht im kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom einen möglichen Kandidaten, selbst wenn der zum linken Flügel der Demokraten zählt:

„Zu links, zu stark fixiert auf E-Autos, Windparks und Yoga: Das ist das konventionelle Denken, das immer weniger zählt. Das ideologische Spektrum ist zertrümmert – Leute, die für den Linken Bernie Sanders gestimmt haben, wählen jetzt Trump, aus Wut auf ein System, das sie im Stich ließ. Sie wollen jemanden, der für sie kämpft. Das könnte Newsom sein.“

Auch J.B. Pritzker, der Gouverneur von Illinois, wäre aus O’Rourkes Sicht ein möglicher Kandidat. Dass er selbst noch einmal antreten könnte, schließt O`Rourke aus.

Umfrage: Pessimismus in der Industrie

Deutschlands Schlüsselindustrien zweifeln zunehmend an ihrer eigenen Zukunftsfähigkeit. Entsprechende Warnsignale zeigt eine Allensbach-Umfrage unter 169 Industrieunternehmen im Auftrag der Restrukturierungsberatung FTI-Andersch. Die Ergebnisse liegen dem Handelsblatt exklusiv vor. Die wichtigsten Erkenntnisse der Erhebung:

  • 51 Prozent der befragten Unternehmen fürchten, dass ihr Geschäft in den kommenden zwölf Monaten weiter stagniert oder sich gar verschlechtert.
  • 60 Prozent der heimischen Autozulieferer haben aufgegeben, chinesische Autobauer als Kunden zu gewinnen, obwohl diese zunehmend bedeutender werden.
  • 51 Prozent der Maschinenbauer gehen davon aus, dass sie ihre Technologieführerschaft in den kommenden Jahren an ausländische Wettbewerber verlieren werden.
  • Und 94 Prozent der energieintensiven Firmen, etwa aus der Chemie- oder Stahlindustrie, fürchten, dass es in ihrer Branche eine Abwanderung aus Deutschland geben wird.
Deutsche Schlüsselindustrien: Die Anzeichen für eine Deindustrialisierung verdichten sich.. Foto: Getty Images (M)

Der Optimismus, den Bundeskanzler Friedrich Merz mit seinem Versprechen vom „Herbst der Reformen“ zu verbreiten sucht: In den Führungsetagen der Industrie scheint er bislang nicht angekommen zu sein.

Immobilienpreise steigen fast überall

Die Immobilienpreise in Deutschland sind im 3. Quartal 2025 flächendeckend gestiegen. Eine Neubauwohnung kostet mit durchschnittlich 5166 Euro pro Quadratmeter aktuell 3,4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Das zeigt der neue Immobilienpreisindex von Empirica Regio, der Handelsblatt-Redakteur Ben Mendelson exklusiv vorliegt.

Demnach sind Eigentumswohnungen im Neubau aktuell in 74 Prozent der Kreise in Deutschland teurer als noch vor einem Jahr. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser sind in sechs von zehn Kreisen gestiegen. Am stärksten ist der Anstieg aber auf dem Mietmarkt: In 89 Prozent der Städte und Landkreise müssen Mieter mehr bezahlen als vor einem Jahr. Die Daten basieren auf Immobilieninseraten von mehr als 100 Immobilienplattformen wie Immoscout24, Immowelt und Immonet.

Eindrucksvoll zeigt sich dabei, wie der Ausnahme-Immobilienmarkt in München das bayerische Umland mitzieht: In der Stadt München kosten Neubauwohnungen im Durchschnitt 11.235 Euro pro Quadratmeter – so viel wie nirgendwo sonst in Deutschland. Die folgenden sieben teuersten Kreise wie Garmisch-Partenkirchen oder Starnberg sind maximal eine Autostunde von der bayerischen Landeshauptstadt entfernt. Erst auf Platz neun folgt mit Stuttgart die teuerste Stadt außerhalb des Großraums München.

London plant Drohnen-Massenproduktion

Großbritannien will gemeinsam mit der Ukraine verbesserte Abfangdrohnen entwickeln. Die sollen dann massenhaft im Vereinigten Königreich produziert und zu Tausenden jeden Monat an die Ukraine abgegeben werden, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey während eines Nato-Treffens in Brüssel. Von der Entwicklung der neuen Abfangdrohnen vom Typ „Octopus“ wollen auch die Briten profitieren. Healey betonte die Möglichkeit,...

die Innovation aus der Ukraine und die unmittelbare Kampferfahrung vom Schlachtfeld mit dem modernen Design und den Massenproduktionstechniken zu verbinden, die wir aus Großbritannien einbringen können.

Nord-Stream-Verdächtiger nicht ausgeliefert

Gasleck der Nord-Stream-2-Pipeline: Einer der mutmaßlichen Koordinatoren des Attentats sitzt in italienischer Untersuchungshaft. Foto: Dpa, Getty Images

Ein mutmaßlicher Beteiligter am Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines wird vorerst nicht an Deutschland ausgeliefert. Das Oberste Gericht Italiens gab am Mittwoch dem Einspruch des Ukrainers gegen seine Überstellung statt, wie dessen Anwalt mitteilte. Der Beschuldigte war im August in der Nähe von Rimini aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden und steht im Verdacht, die Explosionen in der Ostsee 2022 koordiniert zu haben.

Auch in Polen stößt die Auslieferung eines anderen Verdächtigen auf Widerstand. Vor einer Woche hatte Polens Ministerpräsident Donald Tusk eine Überstellung abgelehnt und erklärt:

Das Problem Europas, der Ukraine, Litauens und Polens ist nicht, dass Nord Stream 2 in die Luft gesprengt wurde, sondern dass sie gebaut wurde.

Neuer Verdacht bei Wels-Attacken

CSU-Chef Markus Söder geht laut eigenen Worten gerne schwimmen – Fotos davon möchte er aber nicht in der Öffentlichkeit sehen. Der bayerische Ministerpräsident sagte der Zeitschrift „Bunte“:

Ich erinnere mich aus dem Geschichtsunterricht an den Reichspräsidenten Friedrich Ebert, der mit einem Badefoto in der Weimarer Republik verunglimpft wurde. Also: keine nackte Haut in der Politik.

Im Sommer durchschwimme er gerne die Seen in Bayern, sagte Söder weiter:

Ob Chiemsee oder Wöhrder See, ob Brombachsee oder Rothsee. Beim Schwimmen sortieren sich die Gedanken.

Moment mal, Brombachsee, da war doch was? Genau, hier attackierte im Juni der legendäre Fränkische Wut-Wels mehrere Schwimmer. Der Fisch wurde daraufhin gefangen und verspeist. Doch wenige Tage später ereignete sich am 3. Juli im gleichen See ein weiterer Angriff auf einen Schwimmer, der bislang ebenfalls einem Wels zugeschrieben wurde.

Oder hat sich hier womöglich ein Social-Media-süchtiger Landespolitiker, bekannt für seine Lust an der Verkleidung, schnelle Publicity versprochen? Ich würde Markus Söder gerne nach seinem Alibi für den besagten Tag fragen – und nach dem Versteck seines Wels-Kostüms.

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Ich wünsche Ihnen einen Tag, an dem Ihnen nichts fischig vorkommt.

Herzliche Grüße,
Ihr

Christian Rickens
Textchef Handelsblatt

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