Wasserstoff: H2 Mobility will jede vierte Wasserstofftankstelle schließen
Frankfurt. H2 Mobility, der größte Betreiber von Wasserstofftankstellen in Europa, baut sein Netz in Deutschland kräftig um. Bis Ende März sollen elf Standorte geschlossen werden, weitere elf sollen Ende Juni folgen. Aktuell betreibt das Unternehmen laut eigenen Angaben etwa 74 Standorte in Deutschland. Bereits Ende 2024 waren sechs Tankstellen geschlossen worden.
Bis 2023 sollten 400 Wasserstofftankstellen in Deutschland entstehen, so sah es das selbstgesetzte Ziel des Unternehmens vor. Dieses Ausbauziel wurde deutlich verpasst. Wasserstoff hat sich als Antrieb bei Autos bislang nicht durchgesetzt. Gerade einmal 2000 Autos mit Brennstoffzelle waren Mitte 2024 in Deutschland zugelassen.
Laut H2-Geschäftsführer Martin Jüngel habe sich der Markt verändert: „Seit einigen Jahren konzentriert sich unsere strategische Ausrichtung bereits auf einen regionalen nachfragebasierten Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur für leichte und schwere Nutzfahrzeuge.“ Gerade bei Nahverkehrsunternehmen ist die Nachfrage nach Wasserstoff zuletzt gestiegen. Busse werden in der Regel mit einem Druck von 350 Bar betankt.
Kleine Wasserstofftankstellen, die mit hohem Druck von 700 Bar arbeiten und vor allem auf Autos ausgerichtet sind, sollen dagegen geschlossen werden. Sie würden den „technischen und wirtschaftlichen Anforderungen nicht mehr gerecht“, betont Jüngel.
H2 Mobility will sich vor allem auf „auf regionale Wasserstoff-Hubs in Gebieten mit hoher Nachfrage“ konzentrieren. In den kommenden sechs Monaten sollen zwei neue Wasserstofftanken nahe Düsseldorf und Ludwigshafen entstehen. Auch in Heidelberg, Mannheim und Frankenthal wurden Wasserstofftanken der nächsten Generation eröffnet, an denen mit 350, 500 oder 700 Bar getankt werden könne.
Die neue Tankstellengeneration biete mehr Zapfsäulen und größere Wasserstoffmengen, die per Lkw angeliefert werden.