Aston Martin DBX 707: Aston Martin gibt seinem Top-SUV ein Facelift
Edinburgh. Bei der Transformation auf unseren Straßen halten sich die Wohlhabenden vornehm zurück, könnte man fast glauben. Denn während sich E-Autos verzweifelt um Akzeptanz und Absatz mühen, geht es vielen Luxus-Marken prächtig. Auch, weil ihre Modelle weiterhin zumeist Hochprozentiges verbrennen
Aston Martin ist hier ein gutes Beispiel. In Europa stiegen die Verkäufe der britischen Edel-Schmiede im vergangenen Jahr um 38 Prozent, der SUV-Absatz um 50 Prozent. Elektrifizierte Modelle sind zwar angekündigt, aber noch nicht verfügbar.
Die wesentliche Transformation, die Aston Martin attestiert werden kann, ist die von einer Sportwagen- zu einer SUV-Marke. Mehr als die Hälfte aller Kunden bestellen mittlerweile den Super-SUV DBX.
Großteil der Kunden kauft DBX 707
Davon greifen wiederum fast 90 Prozent zum mindestens 250.000 Euro teuren Topmodell DBX 707. Was nun zur Folge hat, dass Aston Martin den Einstiegs-DBX V8 ganz aus dem Programm streicht. Basis will ja (fast) keiner mehr.
Da man im Sitz in Gaydon Veränderungen gegenüber aber nicht gänzlich abgeneigt ist, wird das beliebteste Modell nun überarbeitet. Dabei ist britisches Understatement angesagt.
Außen sind die Veränderungen gering: Die Türgriffe springen jetzt beim Öffnen hervor, es gibt ein anderes Spiegeldesign, fünf frische Lackfarben sowie überarbeitete Räder. Das wars.
Infotainment-System im DBX 707 komplett überarbeitet
Innen hat der Luxus-Hersteller deutlich mehr Arbeit und Geld für neue Ansichten investiert. Ausgeschlagen mit feinstem Leder, gerne Ton in Ton, wurde in der Luxuslounge so ziemlich alles einmal angefasst. Wir sehen neue Furnierblenden in den Vordertüren, aktualisierte Formen und Materialien.
Da Aston-Kunden zumeist selbst ins Lenkrad greifen, präsentiert sich vor allem der Arbeitsplatz moderner. Die angestaubten runden Formen weichen diagonalen Linien, was deutlich zeitgemäßer aussieht.
Die wichtigste News aber betrifft das komplett neue Infotainment-System, das nach und nach in alle Modelle einziehen wird. Bislang saß hier ein antiquierter Media-Kasten, den die Briten einst von Mercedes erbten. Das neue System wurde komplett im Haus entwickelt, mit Unterstützung vom Formel-1-Team, die vor allem ihre Expertise in Sachen Software einbrachten.
Apple CarPlay und Android Auto lassen sich kabellos einbinden. Das Tempo ist dann auch flott, Befehle werden ruckzuck umgesetzt. Abstriche gibt es bei der Bedienung. Wer während der Fahrt die Kacheln auf dem Touchscreen zielgenau treffen will, muss sich schon sehr konzentrieren. Das Display ist nur 10,25 Zoll groß und die Bedienfelder sind reichlich klein.
Funktionen wie Klima, ESP, Spurhalter oder die Fahrmodi lassen sich alternativ weiter über Drehwalzen und Tasten in der Mittelkonsole regeln. Auch die 1.600-Watt-Surroundanlage von Bowers & Wilkens mit 14 Lautsprechern (optional, Serie 800 Watt) steuert man von hier.
Aston-Chef Tobias Moers arbeitet an der Transformation
Den Sound eines blubbernden V8 kann die Anlage nicht ersetzen. Die kommt noch immer aus den vier Trompeten am Heck und lässt sich in drei Stufen noch böser einstellen.
Die Urheberrechte liegen bei AMG. Aus Affalterbach bezieht Aston Martin weiterhin den Vierliter-Biturbo.
Mit viel Erfahrung und höherem Ladedruck treibt Aston Martin die Leistung auf 520 kW/707 PS und 900 Newtonmeter Drehmoment. Ex AMG-Boss und aktueller Aston-Chef Tobias Moers war am Gelingen dieser Transplantation die treibende Kraft.
DBX 707 kann mit Performance punkten
Nicht nur deswegen ist der Sportsgeist im DBX 707 fest verankert. Der V8 und die Neungangautomatik sind gut eingespielt. Und bei der Performance muss der Aston im elitären Club der Super-Luxus-SUVs eigentlich nur den Lamborghini Urus (490 kW/ 666 PS) oder den Ferrari Purosangue (533 kW/725 PS) fürchten.
Im Sport-Plus-Modus des DBX 707 schickt das Allradsystem komplett 100 Prozent der Power an die Hinterachse, der Spurt auf Tempo 100 ist nach 3,3 Sekunden erledigt, die Spitze liegt bei 310 km/h. Solche Ausflüge in die Extreme absolviert der mehr als fünf Meter lange und 2,3 Tonnen schwere Hochsitz mit einer Leichtfüßigkeit und Souveränität, die gängige Fahrphysik komplett aushebeln. Und wenn nicht gerade die riesigen 23-Zöller montiert sind, ist auch der Komfort gegeben.
Technische Daten zum Aston Martin DBX 707
- Fünftüriges, fünfsitziges SUV der Luxusklasse
- Länge: 5,04 Meter
- Breite: 1,00 Meter
- Höhe: 1,68 Meter
- Radstand: 3,06 Meter
- Kofferraum: 491-1530 Liter
- 4,0-Liter-V8-Biturbo-Benziner
- Leistung 520 kW/707 PS
- maximales Drehmoment: 900 Nm, Allradantrieb
- 9-Gang-Automatik
- 0-100 km/h: 3,3 s
- Vmax: 250 km/h
- Verbrauch: 14,2 l/100km (WLTP)
- CO2-Emissionen 323 g/km
- Preis: ab 250.000 Euro