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Autobauer BMW kassiert Prognose fürs Gesamtjahr – und will Stellen streichen

Der Autobauer kann zwar wegen interner Verrechnungen seinen Umsatz leicht steigern. Ihre Erwartungen für 2020 müssen die Münchener aber senken.
05.05.2020 Update: 06.05.2020 - 09:01 Uhr Kommentieren
Der BMW-Vorstand hat der Ad-hoc-Meldung nach an diesem Dienstag entschieden, den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020 anzupassen. Quelle: Reuters
Oliver Zipse

Der BMW-Vorstand hat der Ad-hoc-Meldung nach an diesem Dienstag entschieden, den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020 anzupassen.

(Foto: Reuters)

München Auch der Autobauer BMW hat im ersten Quartal spürbar unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten und will die Investitionen deutlich zurückfahren. Zwar konnten die Münchener unter dem Strich mit 574 Millionen Euro fast genauso viel Gewinn einfahren wie im schwachen Vorjahreszeitraum, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte.

Das lag aber vor allem daran, dass vor einem Jahr eine 1,4 Milliarden Euro schwere Rückstellung für eine mögliche Kartellzahlung in der Autosparte angefallen war. Finanzchef Nicolas Peter sagte, dass BMW in diesem Jahr die Investitionen von 5,7 Milliarden auf unter 4 Milliarden Euro drücken wolle.

Der Konzernumsatz stieg in den ersten drei Monaten trotz deutlich gesunkener Autoverkäufe überraschend um 3,5 Prozent auf 23,3 Milliarden Euro, was an internen Verrechnungen lag. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte ebenfalls wegen der Rückstellung vor einem Jahr bei 1,38 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Dennoch erzielte BMW im Kerngeschäft mit Autos nur eine operative Marge von 1,3 Prozent – am Vorabend hatte der Konzern hier auch die Prognose für das Gesamtjahr auf 0 bis 3 Prozent gesenkt.

Der Autobauer will die Zahl der Mitarbeiter reduzieren. Die Ziele sollten mit einer Mitarbeiterzahl erreicht werden, die leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen werde, teilte der Autobauer am Dienstagabend mit. Das Unternehmen werde durch Fluktuation frei werdende Stellen nutzen, um den Personalumbau voranzutreiben.

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    Zu der Anzahl der Stellen, die dem verschärften Sparkurs zum Opfer fallen könnten, machte BMW zunächst keine Angaben. Vorstandschef Oliver Zipse sagte: „Die Situation bleibt ernst.“ Besonders stark dürften sich die Auswirkungen der Coronakrise voraussichtlich erst im laufenden zweiten Quartal zeigen.

    Ende 2019 hatte der Konzern nach alter Zählung knapp 134.000 Mitarbeiter, auf Basis einer neuen Definition rund 126.000. Bisher hatte sich Konzernchef Oliver Zipse noch vorgenommen, das laufende Jahr mit einer im Wesentlichen gleichbleibenden Mitarbeiterzahl zu bestreiten.

    Auch Volkswagen und Daimler hatten bereits ihre Geschäftsprognosen eingestampft und dabei jeweils vor Verlusten im zweiten Quartal gewarnt. BMW kappt nun als letzter deutscher Autokonzern seine Aussichten.

    BMW hatte Mitte März zunächst wegen der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 mit einer Produktionspause von vier Wochen gerechnet – nun sind es rund sechs Wochen geworden. Zudem laufen die Werke in Europa, Südafrika und Nordamerika noch nicht sofort wieder auf vollen Touren, und es ist zweifelhaft, ob die Autokäufer sofort wieder Autos kaufen wie vor der Krise.

    Derzeit trommelt die deutsche Autolobby mit dem Branchenverband VDA bei der deutschen Bundesregierung für eine staatliche Kaufprämie, um die für Deutschland wichtige Branche mit ihren vielen Arbeitsplätzen wieder anzuschieben.

    Mehr: Die Coronavirus-Krise ist eine der größten Bewährungsproben für die Autoindustrie. US-Autobauer Tesla erweist sich dabei als erstaunlich robust, meint Handelsblatt-Redakteur Markus Fasse.

    • dpa
    • rtr
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