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ModellwechselAutokauf: Wann sich ein Auslaufmodell lohnt – und wann nicht

Beim Modellwechsel locken die Autobauer mit hohen Rabatten für Auslaufmodelle. Wer genau hinschaut, kann sparen. Allerdings nicht in jeder Fahrzeugklasse. 16.02.2021 - 07:43 Uhr Quelle: dpaArtikel anhören

Die neue Golf 8 steht bei den Händlern, die Vorgänger werden darum günstiger.

Foto: dpa

Düsseldorf. Was dem Einzelhandel der Schlussverkauf, das ist dem Autohaus der Modellwechsel. Denn so, wie Skipullis und Winterjacken Platz machen müssen für T-Shirts und Bademode, müssen auch die letzten Exemplare eines aktuellen Autos vom Hof, bevor eine neue Fahrzeuggeneration in den Showroom rollt.

Für sparsame Autokäufer können das goldene Zeiten sein. Denn nicht nur, dass Autos Generation für Generation in der Regel teurer werden, weil sie im Format wachsen, oft mehr Leistung haben und besser ausgestattet sind.

Sondern um den Abverkauf zu fördern, gibt es die letzten Exemplare einer Baureihe oft als Sondermodelle mit besonders üppiger Ausstattung und extra niedrigem Preis, sagt Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research. Und größere Rabatte räumen die Händler dafür in der Regel auch noch ein. „Bis zu 30 Prozent sind da leicht zu holen”, sagt er.

Erleichtert wird die Entscheidung durch die Tatsache, dass technischen Sprünge in einigen, für den Kunden wichtigen Bereichen, oft sehr klein ausfallen, sagt Jan Burgard vom Strategieberater Berylls. Er zieht als Beispiel den VW Golf heran. Der Normverbrauch des Golf VII 1.0 TSI (63 kW/85 PS) lag bei 4,8 Liter, bei einem Basispreis von 19.520 Euro. Der Generationenwechsel hat dem vergleichbar motorisierten Golf VIII 1.0 TSI (66 kW/90 PS) einen Normverbrauch von 4,5 Liter beschert.

Der Kunde spart mit dem neuen Modell für mindestens 19.881 Euro also etwa 40 Cent auf 100 Kilometer, rechnet er vor. „Preislich scheinen die Generationen also nah beieinander zu liegen. Allerdings waren kurz vor dem Wechsel zur achten Golfgeneration auf das Auslaufmodell Rabatte bis 7700 Euro zu erzielen, aus wirtschaftlicher Sicht war der Kauf der älteren Generation damit offensichtlich die richtige Entscheidung.”

Kinderkrankheiten und radikale Änderungen

Es geht aber nicht nur ums Geld, sondern auch um die Güte. Oftmals wird die Qualität eines Autos über die Jahre besser, sagt KÜS-Sprecher Hans-Georg Marmit: „Die Produktion hat sich eingespielt und Kinderkrankheiten haben sich ausgewachsen”. Gerade bei großen technischen Umstellungen kommt es nämlich immer wieder zu Problemen.

Und es muss gar nicht zum Defekt kommen. Für viele Interessenten seien derart radikale Umstellungen wie beim digitalisierten Bediensystem des VW Golf, das Aus der Saugmotoren in der letzten Generation des Porsche 911 oder der Verzicht zum Beispiel auf Schaltgetriebe oder Sechszylinder Grund genug, noch einmal zum alten Auto zu greifen, sagt Burgard.

Frisch geschlüpft: Wer die neueste Technik an Bord haben will, ist speziell bei E-Autos mit der neuesten Generation besser bedient.

Foto: dpa

Allerdings machen die Experten unisono eine Ausnahme: Elektroautos. „Technologisch noch lange nicht so ausgereizt wie die Verbrenner, bieten sie beim Modellwechsel meist deutliche Fortschritte bei Batteriekapazität, Reichweite, Energieverbrauch oder Schnellladefähigkeit”, sagt Ferdinand Dudenhöffer. „Da ist man mit einem Auslaufmodell deshalb eher schlecht beraten und es ist sinnvoll, sich auf den Nachfolger zu konzentrieren.”

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Außerdem muss man auch den Restwert beim Wiederverkauf bedenken, der bei Auslaufmodellen natürlich schneller fällt als bei einem ganz neuen Modell, mahnt Dudenhöffer.

Zwar sind diese Hinweise Hilfestellungen, geben aber keinen eindeutigen Rat. Deshalb versucht sich Jan Burgard mit einem Kompromiss und rät dazu, Autos etwa ein Jahr nach der Markteinführung zu bestellen. „Dann sind die meisten Kinderkrankheiten auskuriert, es sind alle Antriebs- und Ausstattungsvarianten verfügbar, die Hersteller haben noch nicht damit begonnen, einzelne Extras wieder herauszusparen und die Händler zeigen sich auch schon wieder verhandlungsbereit.”

dpa
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