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Airbus-FührungBundesregierung will René Obermann schon 2019 an der Spitze des Airbus-Aufsichtsrats sehen

Die Bundesregierung will ihren Wunschkandidaten René Obermann schon ein Jahr früher an die Spitze des Aufsichtsrats von Airbus stellen. Der Konzern ist dagegen.Thomas Hanke, Thomas Sigmund 06.11.2018 - 17:15 Uhr Artikel anhören

Deutschland will Obermann schon 2019 an der Spitze des Boards sehen. Airbus hält dagegen.

Foto: Christoph Papsch/laif

Im April 2019 findet ein Wechsel an der Vorstandsspitze bei Airbus statt. Auf den Deutschen Tom Enders folgt der Franzose Guillaume Faury. Damit würde Frankreich 2019 sowohl den Posten des Vorstandsvorsitzenden als auch, mit Denis Ranque, den des Verwaltungsratschefs besetzen.

Die Bundesregierung drängt deshalb darauf, dass ihr Kandidat René Obermann bereits im kommenden Jahr und nicht erst turnusgemäß 2020 an die Spitze des Boards rückt. Das erfuhr das Handelsblatt aus deutschen Regierungskreisen. Die Deutschen wollten damit sicherstellen, dass bei allen wichtigen Entscheidungen in den Spitzenpositionen die Augenhöhe gewahrt bleibe, heißt es in Berlin.

Airbus hält dagegen: Das Board sei völlig unabhängig, sagt ein Sprecher und verweist auf dessen Beschluss vom 8. Oktober. Da wurde Faury ernannt und bekräftigt, dass Ranque seine derzeitige Amtszeit, die bis April 2020 reicht, zu Ende führen werde. Anschließend wolle er auf eigenen Wunsch ausscheiden. Man werde rechtzeitig nach einem Nachfolger suchen und dabei „auf die internationale Mischung in Board und Management achten.“

Unternehmensinsider verweisen darauf, dass für Airbus viel auf dem Spiel stehe. Die Finanzmärkte achteten strikt darauf, dass die Unabhängigkeit des Verwaltungsrats von der französischen wie von der deutschen Regierung gewahrt werde. Die durchzusetzen war das Verdienst von Tom Enders. Der damalige Präsident François Hollande soll versucht haben, statt Ranque die frühere Areva-Managerin Anne Lauvergeon an die Spitze zu bringen, was ihm aber nicht gelungen ist.

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Man sei aus der Zeit herausgewachsen, als bei Airbus noch die Pässe gezählt wurden, heißt es intern. So ganz stimmt das allerdings nicht: Es ist kein Geheimnis, dass Airbus als Nachfolger für den im kommenden Jahr ausscheidenden deutschen Finanzvorstand Harald Wilhelm wieder einen Deutschen oder eine Deutsche sucht.

Der Hinweis wurde vor Kurzem an die Medien lanciert. Damit ist auch eine politische Botschaft verbunden, nach dem Motto: „Wir achten auf Ausgewogenheit.“ Im Vorstand sind derzeit neben Enders und Wilhelm vier weitere Deutsche vertreten, insgesamt also ein leichtes Übergewicht gegenüber fünf Franzosen.

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