Bundesparteitag: Unternehmen wenden sich von den Grünen ab
Die Grünen-Spitze sah ihre Partei eigentlich auf dem Weg „zur neuen Wirtschaftspartei“. Mittlerweile hat sich Ernüchterung breit gemacht.
Foto: dpaBerlin, Düsseldorf. Wenn Robert Habeck am Donnerstagabend in der Messe Karlsruhe vor die Grünen tritt, werden ihm nicht nur die Delegierten des Parteitags gut zuhören. Auch Unternehmerinnen und Unternehmer erwarten von dem Minister ein Signal, was sie nach den Chaostagen von der Ampelkoalition und insbesondere den Grünen noch erwarten können.
Die Partei inszenierte sich lange als Fürsprecher der Industrie und deren Transformation hin zur Klimaneutralität. Grünen-Chefin Ricarda Lang beschrieb ihre Partei auf dem Weg „zur neuen Wirtschaftspartei“. Dass die Regierung die Energieversorgung auch ohne Gas aus Russland sichergestellt hat, sieht man als großen Erfolg.
Doch mit einer verkorksten Energiepolitik, den Sorgen vor einem Crash des Industriestandorts und dem Haushaltsurteil aus Karlsruhe droht die Annäherung zu scheitern. Die Wirtschaft blickt teils fassungslos auf die Regierung. Selbst die Grüne Wirtschaftsvereinigung, eine parteinahe Interessenvertretung von Unternehmen, ist da keine Ausnahme.
Viele „schauen derzeit mit Sorge auf die gesamte Bundesregierung“, sagte Vorstandsvorsitzende Heike Discher dem Handelsblatt. Das Zusammenspiel der Koalitionspartner laufe in „entscheidenden Fragen nicht rund“.