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Bundestagspräsident Schäuble: Maaßen will mit Provokationen Aufmerksamkeit gewinnen

Der CDU-Politiker wirft seinem Parteikollegen Maaßen gezielte Provokationen vor. Auch zur Rolle von Frauen im Wahlkampf äußert sich der Bundestagspräsident.
11.07.2021 - 08:57 Uhr Kommentieren
Wolfgang Schäuble kritisiert CDU-Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen für dessen Auftreten. Quelle: dpa
Bundestagspräsident

Wolfgang Schäuble kritisiert CDU-Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen für dessen Auftreten.

(Foto: dpa)

Berlin Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) wirft dem CDU-Bundestagskandidaten Hans-Georg Maaßen gezieltes Provozieren als Taktik vor. „Herr Maaßen versucht mit Provokationen, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Das ist offenbar sein Stil, aber das sollten wir nicht einmal ignorieren“, sagte Schäuble der „Bild am Sonntag“.

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Maaßen hatte in den vergangenen Tagen mit dem Vorwurf tendenziöser Berichterstattung durch öffentlich-rechtliche Medien zum wiederholten Mal Empörung ausgelöst.

Auf die Frage, ob es hier nicht auch Grenzen gebe, sagte Schäuble: „Wie ich hörte, hat Herr Maaßen seine Aussagen richtiggestellt. Ich rate ihm aber: Wenn er so klug sein will, wie er glaubt, dass er es ist, sollte er nicht zu oft Äußerungen machen, die er hinterher korrigieren muss.“

Maaßen ist von der Südthüringer CDU zu ihrem Direktkandidaten im Wahlkreis 196 für die Bundestagswahl am 26. September gewählt worden.

Auf die Frage, ob er sich wünsche, dass Maaßen gewählt wird, sagte Schäuble: „Die Union hat den Anspruch, alle Wahlkreise zu gewinnen, auch in Südthüringen. Und wir wollen auch ihn in die Union integrieren und nicht ausgrenzen.“

Schäuble: Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche nichts verloren

Keine Benachteiligung mehr sieht der Bundestagspräsident für Frauen in der heutigen Politik. Auf eine entsprechende Frage der „Bild am Sonntag“ sagte Schäuble: „Früher war es in der Tat so. Zu Beginn der Kanzlerschaft von Angela Merkel sind noch Schweißflecken an ihrem Sommerkleid thematisiert worden. Das fand ich unmöglich. Heute haben es Frauen in der Politik nicht mehr schwerer.“

Ex-Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte zuletzt einen härteren Umgang mit Frauen als mit Männern in der Politik beklagt. „Offensichtlich empfinden es einige Leute immer noch als Affront, wenn sich junge Frauen um politische Spitzenämter bewerben“, sagte sie. Der Gegenwind für Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock sei deutlich stärker als für den Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU).

Baerbock steht in der Kritik, weil sich in ihrem Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“ auffallende sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Veröffentlichungen finden. Zuvor war bekannt geworden, dass sie Sonderzahlungen der Partei verspätet an den Bundestag gemeldet hatte. Partei und Kandidatin mussten zudem Angaben in Baerbocks Lebenslauf korrigieren.

Schäuble sagte dazu: „Es mag sein, dass vieles aufgebauscht ist, aber da gilt der alte Spruch: Wer die Hitze nicht verträgt, hat in der Küche nichts verloren. Sie musste wissen, dass die Kanzlerkandidatur ein harter Weg ist.“

Mehr: Umfrage: Grüne und SPD jetzt gleichauf, Union verpasst die 30 Prozent

  • dpa
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