CDU-Arbeitnehmerflügel: „Die soziale Krise reicht bis weit in die Mittelschicht“
Berlin. Dennis Radtke ist erleichtert, dass bei der Parlamentswahl in Frankreich die Rechtspopulisten nicht die Mehrheit erhalten haben. Der designierte Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA) sieht aber auch in Deutschland, dass die Populisten angesichts der Abstiegsängste der Menschen punkten. Und damit auch eine Volkspartei wie die CDU wichtige Stimmen kosten.
Der 45-Jährige fordert im Gespräch mit dem Handelsblatt von Parteichef Friedrich Merz, sich nicht nur der Wirtschaft oder Fragen der Migration zu widmen, sondern auch sozialen Themen wie bezahlbarem Wohnen, Mindestlohn, Pflege oder Rente. „Wenn wir den Anspruch haben, regieren zu wollen, dann müssen wir die soziale Frage beantworten“, sagte Radtke.
Als Abgeordneter des Europäischen Parlaments für das Ruhrgebiet fordert Radtke von der designierten Kommissionspräsidentin, Parteifreundin Ursula von der Leyen, einen klaren industriefreundlichen Kurs einzuschlagen. Dazu gehört für ihn ein Wechsel in der Beihilfe- wie auch der Förderpolitik – es brauche gar nicht mehr Geld, es müsse nur schneller und passgenauer ankommen. Und er fordert: „Wir müssen den Wettbewerb zwischen den Kontinenten sicherstellen.“