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Corona-Pandemie Studie: Distanzunterricht unergiebig – Spahn erhält Kritik für Aussagen zum Wechselunterricht

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz spricht sich gegen eine frühzeitige Festlegung aus. Eine Untersuchung stellt dem Distanzunterricht miserable Noten aus.
21.06.2021 - 07:33 Uhr 1 Kommentar
Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Distanzunterricht für deutsche Schüler wenig effektiv war. Quelle: dpa
Schulunterricht zu Hause

Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Distanzunterricht für deutsche Schüler wenig effektiv war.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wie verläuft der Schulstart nach den Sommerferien? Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), hat sich gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelunterrichts ausgesprochen. „Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert, und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden“, sagte sie dem „Tagesspiegel“ .

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Samstag gesagt, dass Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.

Eine Studie hat dem Distanzunterricht während der Coronakrise unterdessen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen – das Ergebnis ist ernüchternd.

„Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien“, erklärte Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie.

Für die Studie hatten Forscher in einem systematischen Review mit wissenschaftlichen Datenbanken weltweit jene Studien identifiziert, die über die Auswirkungen der coronabedingten Schulschließungen auf die Leistungen und Kompetenzen von Schülern berichteten. „Wir haben nur forschungsmethodisch hochwertige Publikationen berücksichtigt, die eindeutige Rückschlüsse auf die Wirkung coronabedingter Schulschließungen auf den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern erlauben und geeignete Tests zur Leistungs- oder Kompetenzmessung einsetzten“, erklärte Frey.

Studie: Schere zwischen Arm und Reich wird größer

Besonders stark seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern. „Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet“, schlussfolgerte Frey.

Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen: Inzwischen habe sich die Online-Lehre vielerorts verbessert.

Mehr: Kommentar: Die Maske wird zu einem Stück Alltag – auch ohne Pflicht

  • dpa
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1 Kommentar zu "Corona-Pandemie: Studie: Distanzunterricht unergiebig – Spahn erhält Kritik für Aussagen zum Wechselunterricht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Distanz- und Wechselunterricht sind für KInder und Lehrer die schlechtesten Lösungen.
    Derzeit gibt es aus NRW keinerlei Hinweise, dass der Präsenzunterricht zu einem deutlich Anstieg der Fallzahlen bei den Kindern geführt hat. Betrachtet man die Zahlen der John Hopkins Universität aus UK und Indien zur Delta-Variante, geben diese auch keine Hinweise auf eine besondere Gefährlichkeit. Es gibt zwar mehr Fälle, aber derzeit ohne Einfluss auf schwere Verläufe. Herr Spahn sollte lieber seine Hausaufgaben machen und über den Sommer mal gutes Zahlenmaterial zusammentragen, damit zukünftig Maßnahmen fundiert und gezielt plaziert werden können und nicht mehr aus dem Bauch (der Virologen) heraus. Solange es keine massiven Ausbrüche in den Schulen gibt, sollten wir den Kinder das Recht auf Bildung nicht absprechen. Lehrer, die eine Impfung ablehnen, sollten das auf eigene Verantwortung und eigenes Risiko tun und keine Rücksichtnahme bekommen.

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