Deutschland: „Eine starke Sklerose von Gesellschaft, Staat und Politik“
Berlin. Sie habe, erzählt Ricarda Lang an diesem Herbsttag in Berlin, keinen Moment gezögert, als Steffen Mau ihr das Projekt eines gemeinsamen Buchs vorgeschlagen habe. Klar, Mau gilt seit seiner These der Triggerpunkte – dass die Gesellschaft mehr Gemeinsamkeiten habe, als der oberflächliche Streit um einige Triggerthemen suggeriere – als einer der gefragtesten Erklärer der deutschen Stimmungslage. Lang wiederum sucht noch etwas ihre Rolle, seit sie als Grünen-Vorsitzende zurücktrat, um einfache Bundestagsabgeordnete zu werden.
Zwischenzeitlich ist es also die der Co-Autorin geworden. Die Frau, die sich in der Vergangenheit sehr viel Spott und Häme von politischen Gegnern anhören musste, und der Wissenschaftler, der den Frust vor allem im ostdeutschen Teil des Landes, sehr nüchtern seziert, haben in einem langen Gespräch beschrieben, was sie „den großen Umbruch nennen“.
Dabei geht es um die Wut vieler Deutscher auf die Politik. Aber auch die moralische Überheblichkeit, mit der viele Grüne viele Menschen vergrätzt haben. Und die Frage, was Gendern und Markus-Söder-Bashing miteinander zu tun haben.