Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Digitalisierungsindex 2020 Der Mittelstand hat bei der Digitalisierung Nachholbedarf

Ein neuer Digitalisierungsindex zeigt, wo die Schwächen in Deutschland liegen. Wirtschaft und Opposition fordern mehr Unterstützung für kleinere Firmen.
30.11.2020 - 04:00 Uhr 1 Kommentar
Am weitesten fortgeschritten bei der Digitalisierung ist die Informations- und Kommunikationsbranche. Quelle: dpa
Digitalisierung im Betrieb

Am weitesten fortgeschritten bei der Digitalisierung ist die Informations- und Kommunikationsbranche.

(Foto: dpa)

Berlin Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung, zeigt aber auch Defizite bei der Nutzung neuer Technologien auf. Gerade kleine und mittelständische Firmen hinken der Entwicklung hinterher: Großunternehmen seien „deutlich stärker digitalisiert als mittelständische Unternehmen“, heißt es im Digitalisierungsindex 2020, den Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier an diesem Montag auf dem Digitalgipfel der Regierung vorstellen will. Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Angestellten hätten den größten Nachholbedarf.

Die Daten waren in diesem Jahr zum ersten Mal erhoben worden, daher ist ein zeitlicher Vergleich nicht möglich. Wohl aber eine Betrachtung nach Branchen und Regionen: Am weitesten fortgeschritten bei der Digitalisierung ist demnach – wenig überraschend – die Informations- und Kommunikationsbranche. Die Autoindustrie schneidet am zweitbesten ab, dahinter folgen die Elektrotechnik und der Maschinenbau.

Nachholbedarf sehen die Autoren unter Federführung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter anderem im Handel, bei Verkehr und Logistik sowie im Tourismus. Für die Untersuchung haben die Wissenschaftler bewertet, wie stark in den Sektoren die Prozesse, Produkte oder Geschäftsmodelle bereits auf digitalen Technologien aufbauen. Auch die entsprechende Qualifikation der Mitarbeiter fließt ein.

Das Bild ist dabei nicht einheitlich: So ragen Autohersteller und ihre Zulieferer durch hohe Forschungs- und Innovationsaktivitäten hervor, ihre Produkte und Geschäftsmodelle setzen demnach aber nur durchschnittlich auf digitalen Technologien auf. Ähnlich sieht es im Maschinenbau aus.
Das Wirtschaftsministerium hatte die Untersuchung in Auftrag gegeben, um anhand von 37 Indikatoren ein detaillierteres Bild über den Stand der Digitalisierung und die existierenden Defizite zu erhalten. Der ausführliche Bericht erscheint Anfang 2021, die einzelnen Ergebnisse sollen zudem in einem interaktiven Onlinetool abrufbar sein. Der Index soll nun jährlich erstellt werden und der Politik Orientierung liefern.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der Mittelstand braucht Unterstützung

    Der industriepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Dieter Janecek, forderte von Altmaier, „mehr zu tun, um kleine und mittlere Unternehmen in der Digitalisierung besser zu unterstützen“. Besorgniserregend seien gerade die schlechten Werte für den Handel in Zeiten, in denen der US-Onlineriese Amazon seinen Marktanteil ständig ausbaue.

    Das schlechte Abschneiden vieler ländlicher Regionen zeige erneut, dass sich die „völlig unzureichende digitale Infrastruktur“ dort als Hemmschuh für die digitale Wirtschaft erweise, kritisierte Janecek.

    Grafik

    Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands „Die Familienunternehmer“, forderte ebenfalls mehr Unterstützung durch die Bundesregierung: „Jetzt ist die Politik gefragt, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen und ein digitales Wirtschaftswunder zu entfesseln“, sagte er dem Handelsblatt.

    So müsse die Rechtssicherheit für die Unternehmen beim Umgang mit Industriedaten verbessert, die „Spielregeln des fairen Wettbewerbs“ auch im Digitalbereich müssten durchgesetzt werden. Nötig sei auch eine konsequente Digitalisierung der Verwaltung: Während der Pandemie seien Behörden zeitweilig nicht arbeitsfähig gewesen, für die Wirtschaft bedeute dies einen „kostspieligen Stillstand“, sagte von Eben-Worlée.

    Auf dem Digitalgipfel am Montag und Dienstag diskutiert die Bundesregierung ihre Digitalpolitik mit Wirtschaftsvertretern und Experten. Die Veranstaltung findet wegen der Pandemie online statt. Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr darauf, die zwei Megathemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit miteinander zu verknüpfen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am Dienstag, ebenso wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Altmaier diskutiert mit den Chefs von BMW und SAP, Oliver Zipse und Christian Klein, über die europäische Cloud-Infrastruktur Gaia-X.

    Mehr: Einer OECD-Studie zufolge liegt Deutschland in vielen Bereichen der Digitalisierung nur im Mittelfeld.

    Startseite
    Mehr zu: Digitalisierungsindex 2020 - Der Mittelstand hat bei der Digitalisierung Nachholbedarf
    1 Kommentar zu "Digitalisierungsindex 2020: Der Mittelstand hat bei der Digitalisierung Nachholbedarf "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Mittelstand hat bei der Digitalisierung Nachholbedarf.

      Der ist gut!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%