Energieversorgungskrise: Stresstest: Längere Laufzeiten für AKW wahrscheinlich – Zwei Meiler könnten am Netz bleiben
Der Bundeswirtschaftsminister hatte Mitte Juli vier Unternehmen mit dem Stresstest beauftragt.
Foto: dpaBerlin. In Deutschland wird es voraussichtlich länger Strom aus Atomkraft geben als von der Bundesregierung geplant. Darauf deutet der zweite Stresstest zur Versorgungssicherheit hin, den Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in Auftrag gegeben hatte. Demnach, erfuhr das Handelsblatt aus Branchenkreisen, könnte es sinnvoll sein, zwei der drei noch aktiven Meiler zum Jahresende nicht vom Netz zu nehmen.
50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW, die vier Betreiber der Stromübertragungsnetze, haben den Stresstest erstellt. Die Ergebnisse erhielt Energiestaatssekretär Patrick Graichen am Mittwoch.
Viele im Wirtschaftsministerium gehen davon aus, dass sich Habeck für den befristeten Weiterbetrieb der Meiler Isar 2 und Neckarwestheim 2 entscheidet. „Es spricht viel dafür, dass daran kein Weg mehr vorbeiführen dürfte“, sagte ein hoher Beamter.
Offiziell bestätigt das Ministerium das nicht. „Es gibt kein finales Stresstest-Ergebnis; somit gibt es auch keine Schlussfolgerungen“, sagte eine Ministeriumssprecherin. In Regierungskreisen hieß es, es gebe noch Nachfragen.
Habeck hatte die vier Unternehmen Mitte Juli beauftragt, den Test durchzuführen. Damit reagierte der Minister auf politischen Druck, angesichts der Engpässe bei russischem Gas alle verfügbaren Energieträger zu nutzen.