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GDL-ChefWeselsky rechnet mit Verkehrsministern Wissing und Scheuer ab

Claus Weselsky blickt als scheidender Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer auf seine Amtszeit und die Verkehrsminister zurück. Und nimmt dabei wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. 28.08.2024 - 21:57 Uhr Artikel anhören
Spricht bei Warnstreiks häufig Klartext: GDL-Chef Claus Weselsky. Foto: dpa

Düsseldorf. Im Saal sei er in der Lage, sich höflich zu verhalten, sagt Claus Weselsky, der scheidende Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Seit 2008 ist er Bundesvorsitzender der GDL. Im September werde sich seine Arbeitszeit um 60 Prozent reduzieren, sagte er am Mittwoch in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Darin geht Weselsky mit den Bahn-Vorsitzenden und Bundesverkehrsministern hart ins Gericht.

Andreas Scheuer (CSU) sei „der schlechteste“ gewesen, so Weselsky. „Und der jetzige, Volker Wissing, hat bisher vor allem erreicht, dass die Tochterfirma DB Netz nun ,Infrago‘ heißt und auch für Bahnhöfe zuständig ist. Na toll.“ Er kritisiert die Kombination aus in seinen Augen unfähigen Bahn-Vorständen und Verkehrsministern, die sich nur für das Auto interessieren. Woran es liege, dass zahlreiche Züge kaputt durch die Republik fahren, beantwortet Weselsky nicht: „Fragen Sie die Führungskräfte, einen von diesen Blindflanschen“, sagt er in Richtung der Bahn-Verantwortlichen.

Die GDL ist nach der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die kleinere der Organisationen, die Tarifverträge mit der Bahn schließt. Weselsky kritisiert das Tarifeinheitsgesetz, wonach die Organisation mit mehr Mitgliedern ausschlaggebend für den Tarif der Mitarbeiter in einem Bahn-Betrieb ist. Das habe sich Bahn-Personalvorstand Martin Seiler zunutze machen wollen. Rückblickend auf Seilers Start 2018 sagt Weselsky: „Dann wollte er uns mit dem Tarifeinheitsgesetz kleinmachen. Das war eine Kriegserklärung.“

Zu einem Streit gehören in der Regel mindestens zwei. Weselsky scheint das anders zu sehen. „Ich trage nicht zur Verrohung bei. Meine Begriffe sind die niedlichsten überhaupt. Mimose ist doch kein Schimpfwort, sondern sagt nur aus, dass mein Gegenüber etwas empfindsam ist“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Im Interview berichtet CDU-Mitglied Weselsky auch vom jüngsten Tarifabschluss der GDL. Die Verhandlungen seien die kürzesten seiner Amtszeit gewesen. Binnen zweieinhalb Stunden habe er sich mit der SWEG, einer Verkehrsgesellschaft aus Baden-Württemberg, geeinigt. „Die Firma legte ein Angebot vor, und das haben wir exakt so angenommen.“ Wenn Weselsky will, kann er höflich sein.

doj
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