Heizung: Die Fernwärme-Falle-Kosten steigen drastisch
Berlin. Wenn Sven Mittenzwei die Zahlen vergleicht, kann er es kaum fassen: Mehr als 20 Jahre lang, erzählt der Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Wurzen, seien die Fernwärmepreise mehr oder weniger konstant gewesen. „Sie lagen bei netto 5,5 bis sechs Cent pro Kilowattstunde“, erzählt er. „Als Wohnungsgenossenschaft standen wir der Fernwärme positiv gegenüber. Alle waren zufrieden.“
Doch per 1. Januar 2023 verlangte der Fernwärmeanbieter netto 43,2 Cent pro Kilowattstunde. „Damit hätten sich für die Mieter die monatlichen Kosten für Heizung und Warmwasser von durchschnittlich rund einem Euro pro Quadratmeter Wohnfläche auf gut vier Euro erhöht“, so Mittenzwei. „Diese Steigerung wurde nur durch die Preisbremse der Bundesregierung und die reduzierte Mehrwertsteuer gebremst.“
Inzwischen ist der Preis auf 11,2 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Jedoch: „Der eigentliche Knackpunkt ist, dass man beim Bezug von Nah- oder Fernwärme einem Anbieter und seiner Preisgestaltung vollkommen ausgeliefert ist“, sagt Mittenzwei.