Interview: Olaf Scholz: „Währungen sollte nur der Staat bereitstellen“
„Wir sollten die Möglichkeiten des Internets nutzen, aber nicht zu beeindruckt sein.“
Foto: HandelsblattBerlin. Er kommt direkt von der Bundeswehrtagung, aber ohne Kampfpanzer und Stahlhelm: Bundeskanzler Olaf Scholz stellt sich beim Ada Lovelace Festival in Berlin den Fragen von ada-Co-Gründerin Miriam Meckel zur Zukunft des Internets, zu den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz und dem Stand der Digitalisierung in Deutschland.
In dem Gespräch vor einigen Hundert Gästen überrascht der Kanzler mit einem klaren Ja zu den Chancen von KI, einem klaren Nein zu Kryptowährungen und einem Bekenntnis zu seiner Frisur im Metaverse.
Herr Bundeskanzler, welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht das Internet?
Natürlich ist die Bedeutung groß, weil neben dem Handel und der Produktion inzwischen ein wesentlicher Teil der Kommunikation digital stattfindet – was aber nicht heißen soll, dass ich nicht auch Zeitungen oder Magazine auf Papier lese.
Ist das Internet für Sie ein technisches Tool oder eine neue Form der Zivilisation?
In dieser Frage werbe ich für Pragmatismus und betrachte das Internet lieber als Tool. Wir sollten dessen Möglichkeiten nutzen, aber nicht zu beeindruckt sein. Natürlich hat das Netz unser Zusammenleben und unsere Kommunikation verändert. Und daraus ergeben sich wiederum Aufgaben für die Politik. Dinge, die im realen Leben verboten sind, können im Internet nicht plötzlich erlaubt sein. Da müssen wir für entsprechende Regeln sorgen.