KI: Deutschland und Frankreich vertiefen Zusammenarbeit im Digitalsektor
Berlin. Deutschland und Frankreich wollen ihre Zusammenarbeit bei digitalen Schlüsseltechnologien ausbauen – auch die Spezialisten für Künstliche Intelligenz (KI) rücken zusammen: Der KI-Bundesverband und der französische Verband Hub France unterzeichneten am Mittwoch im Rahmen des Digitalgipfels beider Länder eine Kooperationsvereinbarung. Das Papier liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.
Annika von Mutius, Vorständin im KI-Verband, sagte dem Handelsblatt: „Wenn französische und deutsche Unternehmen, Hochschulen und Politik gemeinsam souveräne KI-Lösungen entwickeln, ist dies weit mehr als nur technologische Innovation: ein europäisches Vorbild für Zusammenarbeit und digitale Souveränität.“
Das Abkommen ebne den Weg für gemeinsame Maßnahmen in den Bereichen verantwortungsvolle Innovation, ethische Künstliche Intelligenz und Daten-Governance, sagte Rim Tehraoui, Präsidentin des Hub France IA. „Angesichts der komplexen globalen geopolitischen Lage spiegelt diese Allianz eine gemeinsame Überzeugung wider: Die digitale Zukunft in Europa muss auf Zusammenarbeit, Vertrauen und digitaler Souveränität basieren“, sagte Tehraoui dem Handelsblatt.
Die deutsch-französische Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz soll insbesondere in vier Bereichen gefördert werden: europäische Souveränität, Innovationsförderung, Start-up-Unterstützung und regelmäßiger Austausch.
Deutschland und Frankreich hatten am Dienstag zum „Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität“ geladen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten sich bei einem gemeinsamen Auftritt für eine stärkere Unabhängigkeit von digitaler Technologie aus China und den USA starkgemacht.
Die Vereinbarung der beiden Verbände stehe für eine europäische Technologiepolitik, die auf Partnerschaft statt Konkurrenz beruhe, sagt Daniel Abbou, Geschäftsführer des KI-Bundesverbands. „Ziehen Deutschland und Frankreich im Bereich KI an einem Strang, leisten wir nicht nur einen entscheidenden Beitrag zu Europas digitaler Souveränität, sondern machen deutsch-französische KI-Innovation global sichtbar“, sagt der Präsident des European AI Forum.
Die Innovationsförderung soll über gemeinsame Projekte und eine stärkere Nutzung europäischer Förderprogramme vorangetrieben werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Start-ups: Ziel ist es, Marktzugänge zu erleichtern, Kooperationen zwischen jungen KI-Unternehmen zu fördern und die deutsch-französischen Ökosysteme enger zu vernetzen.
Sonderrechte für kleine und mittlere Unternehmen
Darüber hinaus planen die Verbände, den Zugang zu Hochleistungsrechenkapazitäten für Start-ups zu erleichtern und die
Von der Branche geforderte Erleichterungen beim AI Act wurden in Brüssel schon erhört: Die EU-Kommission plant, die weitere Einführung des AI Acts zu verschieben. Außerdem sollen kleine und mittlere Unternehmen weitere Sonderrechte bekommen. Die Vereinfachung des AI Acts ist Teil einer umfassenden Deregulierungsinitiative der EU, um die Wirtschaft zu entlasten und Wachstum zu fördern.