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Linkspartei Wissler und Hennig-Wellsow wollen Linken-Bundesvorsitzende werden

Janine Wissler ist Fraktionschefin in Hessen, Susanne Hennig-Wellsow in Thüringen. Beide bewerben sich nun um den Bundesvorsitz der Linken.
04.09.2020 Update: 04.09.2020 - 18:23 Uhr Kommentieren
Janine Wissler (links) und Susanne Hennig-Wellsow (rechts). Beiden werden gute Chancen auf den Bundesvorsitz eingeräumt. Quelle: dpa
Führungswechsel bei der Linken

Janine Wissler (links) und Susanne Hennig-Wellsow (rechts). Beiden werden gute Chancen auf den Bundesvorsitz eingeräumt.

(Foto: dpa)

Wiesbaden Die Chefin der Linksfraktion im hessischen Landtag, Janine Wissler, will sich für das Amt der Bundesvorsitzenden ihrer Partei bewerben. Das kündigte die 39-Jährige am Freitag in Wiesbaden an. Wissler ist bereits Vize-Bundesvorsitzende der Linken. „Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich auf dem kommenden Parteitag als Parteivorsitzende kandidieren soll und bin für mich zum Schluss gekommen, dass ich das tun möchte“, schrieb sie bei Twitter.

Auch Thüringens Linke-Landespartei- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow will Bundesvorsitzende ihrer Partei werden. Das gab die 42-Jährige am Freitag nach einer Vorstandssitzung der Thüringer Linken in Erfurt bekannt.

Hennig-Wellsow hatte zuletzt mehrfach betont, dass sie sich eine weibliche Doppelspitze gut vorstellen könne. Sie wurde zusammen mit Wissler dafür schon gehandelt. Beide sind wie Kipping weder dem Flügel der linken Fundamentalisten noch den gemäßigten Reformern zuzurechnen. Die Wahl der neuen Vorsitzenden ist für den Linke-Bundesparteitag im Herbst geplant, der vom 30. Oktober bis 1. November in Erfurt angesetzt ist.

Hennig-Wellsow entscheidend an rot-rot-grüner Regierungsbildung beteiligt gewesen

In Thüringen führt Hennig-Wellsow die Linke seit November 2013 und damit seit fast sieben Jahren. Den Fraktionsvorsitz übernahm sie im Dezember 2014, nachdem Bodo Ramelow (Linke) zum ersten linken Ministerpräsidenten Deutschlands gewählt wurde. Beim Schmieden des Bündnisses aus Linke, SPD und Grünen in Thüringen soll sie damals entscheidend mitgewirkt haben. Die frühere Profi-Eisschnellläuferin gilt als führungsstarke Pragmatikerin.

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    Die Linke ist in keinem anderen Bundesland so stark wie in Thüringen, wo sie auf Umfragewerte über 30 Prozent kommt. Bei der Landtagswahl 2019 wurde die Partei mit ihrem Spitzenkandidaten Ramelow erstmals stärkste Kraft in einem Bundesland.

    Bundesweit für Schlagzeilen sorgte Hennig-Wellsow, als sie am 5. Februar dieses Jahres dem damals frisch gewählten Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) einen Blumenstrauß vor die Füße warf. Kemmerich war mit Stimmen von AfD, CDU und FDP überraschend zum Regierungschef gewählt worden, nahm die Wahl an und löste damit ein politisches Beben aus, das bis nach Berlin reichte. Auf öffentlichen und parteiinternen Druck hin trat er später zurück.

    Wissler laut Bartsch „herausragende Politikerin“

    Mit vorsichtiger Zustimmung hat die Spitze der Linksfraktion im Bundestag auf die Bewerbung von Janine Wissler für den Parteivorsitz reagiert. Der Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch sagte am Freitag bei einer Fraktionsklausur in Potsdam, die Vorsitzende der Linksfraktion im hessischen Landtag sei eine „herausragende Politikerin“.

    Er gehe davon aus, dass sich noch einige Kandidaten melden würden und wünsche sich, dass man im Vorfeld des für Ende Oktober geplanten Parteitages zu „tragfähigen Lösungen“ kommen werde. Die Co-Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Amira Mohamed Ali, sagte in Potsdam: „Ich bin der Meinung, die Parteivorsitzenden, die müssen das gesamte Spektrum der Partei auch abdecken und entsprechend auch ansprechen und das wäre mir wichtig.“

    Ziel der Linken sei es, sich im nächsten Bundestagswahlkampf als „die Sozialstaatspartei für Deutschland“ zu positionieren, sagte Bartsch. Ein zweistelliges Ergebnis halte er für realistisch. Zu möglichen Koalitionsoptionen wollte er nichts sagen.

    Die bisherige Doppelspitze der Linken, Katja Kipping und Bernd Riexinger, hatte angekündigt, nicht wieder für den Parteivorsitz anzutreten. Die beiden hatten am vergangenen Freitag und Samstag erklärt, dass sie nach mehr als acht Jahren an der Linken-Spitze beim Parteitag in Erfurt Ende Oktober nicht erneut kandidieren werden.

    Der Rückzug des bisherigen Spitzenduos kam nicht überraschend. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre ausgeübt werden. Kipping (42) und Riexinger (64) hatten die Parteiführung 2012 übernommen.

    Das neue Spitzenduo wird die Partei in die nächste Bundestagswahl führen, bei der es für die Linke auch um die Frage gehen wird, ob sie bei einer gemeinsamen Mehrheit von SPD, Linken und Grünen zu einer gemeinsamen Regierungsbildung bereit ist.

    Mehr: Umfrage: Schwarz-Grün wäre vielen Wählern lieber als Rot-Rot-Grün

    • dpa
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