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Melanie Huml Umfassendes Maßnahmenpaket für den ersten Lockdown

Der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener ist im Lockdown. Bayerns Gesundheitsministerin musste dafür zielführende Maßnahmen entwerfen.
21.10.2020 - 03:50 Uhr Kommentieren
Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern. Quelle: imago images/Sammy Minkoff
Melanie Huml

Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern.

(Foto: imago images/Sammy Minkoff)

Düsseldorf Noch Mitte August schien es so, als habe die politische Karriere von Melanie Huml (CSU) schweren Schaden erlitten. Da musste sich die bayerische Staatsregierung eingestehen, dass es bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen an bayerischen Autobahnen massive Verzögerungen gegeben hatte. Zweimal soll Gesundheitsministerin Huml ihrem Chef Markus Söder den Rücktritt angeboten haben. Doch Bayerns Ministerpräsident lehnte ab – und sprach seiner unter Druck geratenen Ministerin das Vertrauen aus, welches sie nun unter Beweis stellen durfte.

Denn von Söder bekam sie die Aufgabe, für den oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land „ein umfassendes Maßnahmenpaket“ zu entwerfen. Dort war die Zahl der Corona-Infizierten sprunghaft angestiegen – die Maßnahmen, so Söder, würden „einem Lockdown entsprechen“. In Berchtesgaden war die ominöse Inzidenzzahl am Montag über einen Wert von 270 gestiegen, womit der Landkreis zu den deutschen Regionen mit den bundesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen zählt. Bundesweit gelten 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen als Grenzwert.

Auf die rekordverdächtige Zahl folgte nun also am Dienstag ab 14 Uhr der Lockdown. Es ist der erste in der zweiten Coronawelle, die auf Deutschland zurollt. Und die detaillierten Maßnahmen, die Melanie Huml gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern ausgearbeitet hat, könnten quasi als Blaupause für andere Regionen Deutschlands dienen, denen ein Lockdown womöglich noch bevorsteht.

Sie gelten zunächst für 14 Tage, in denen die Menschen ihre Wohnungen nur noch aus einem triftigen Grund verlassen dürfen. Draußen gilt an öffentlichen Plätzen von 6 bis 23 Uhr eine Maskenpflicht. Sport darf weiterhin stattfinden, jedoch nicht mehr in Gruppen und nur mit maximal einer Person eines anderen Haushaltes. Gastronomiebetriebe dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten, Freizeiteinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten sind vorerst wieder geschlossen.

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    Dass die Beherbergung von Touristen sowie Veranstaltungen aller Art nicht erlaubt sind, hat bereits Konsequenzen. Schon am Dienstag reisten Hunderte Feriengäste ab; die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH schätzte die Zahl der Gäste, die in der Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2500. Dass der Landkreis auch vom Tourismus lebt, machte Gesundheitsministerin Melanie Huml die Entscheidungsfindung über die zu treffenden Maßnahmen gewiss nicht leichter.

    Private Feier im Hotspot Anger

    Nachdem zunächst keine konkreten Infektionsursachen gefunden werden konnten, wurde laut „Berchtesgadener Anzeiger“ schließlich doch noch ein Hauptgrund für die drastisch angestiegen Infektionszahlen entdeckt. Die Quelle: eine private Feier im Corona-Hotspot Anger. Sie habe etwa 60 Prozent der neuen Infektionen verursacht, sagte Wolfgang Krämer, Leiter des Gesundheitsamtes in Traunstein und im Berchtesgadener Land, der Zeitung.

    Es blieb kein anderer Weg, als das öffentliche Leben herunterzufahren – „die Kontakte können dort nicht mehr verfolgt werden, also müssen Kontakte fundamental beschränkt werden“, sagte Markus Söder. Es werde das „härteste Protokoll sein, das man an der Stelle anwenden muss, um schnell wieder eine Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu bekommen“. Melanie Huml wird er beim Protokollieren das nötige Vertrauen entgegenbringen müssen.

    Mehr: Hilfe für Hotspots: Die Kanzlerin will mehr Soldaten im Corona-Einsatz

    • mr
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