Niedersachsen-Wahl: SPD und Grüne fürchten eine geschwächte FDP
Der FDP-Chef und sein Landesvorsitzender in Niedersachsen suchen nach Lehren aus der deutlichen Wahlniederlage.
Foto: IMAGO/Christian SpickerBerlin . Üblicherweise versuchen Parteivorsitzende am Tag nach einer Wahl, eigene Siege groß- und Niederlagen kleinzureden. Doch bei SPD und Grünen war am Montag nach der Landtagswahl in Niedersachsen alles anders: Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil und Grünen-Chef Omid Nouripour wurden bei ihren Pressekonferenzen jeweils zum Abschneiden einer anderen Partei befragt: der FDP.
Sozialdemokraten und Grüne beschäftigte vor allem eine Sorge: Was bedeutet das Wahldebakel der Liberalen für die Stabilität des rot-grün-gelben Bündnisses im Bund? Schließlich war Niedersachsen nach einer Serie von Wahlniederlagen für die FDP ein neuer Tiefpunkt. Die Liberalen flogen mit 4,7 Prozent nach knapp 20 Jahren aus dem niedersächsischen Landtag. In der Partei machen dafür viele die Ampelkoalition im Bund verantwortlich, die bei der liberalen Wählerbasis unbeliebt sei.
In der SPD hatte man aus purem Eigennutz gehofft, die Liberalen würden in Niedersachsen halbwegs ordentlich abschneiden. Denn sonst, so die Befürchtung in der Partei, könnten Lindners Alleingänge noch zunehmen. Klingbeil sagte, er verstehe die Lage der FDP, auch die SPD habe ja schon solch schwierige Zeiten durchlebt. Die Ampelkoalition in Berlin sieht der SPD-Chef nach der Wahlschlappe der FDP jedoch nicht in Gefahr. „Ich mache mir keine Sorgen um die Regierungsfähigkeit der Ampel oder eines einzelnen Partners der Ampel.“