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Stratege des Jahres Elon Musk ist ein Pionier des Wandels – auch in Deutschland

Der Tesla-Chef baut seine neue Fabrik in Brandenburg. VDA-Präsidentin Hildegard Müller sieht darin einen Ansporn, Wirtschaftsminister Peter Altmaier ein wichtiges Zukunftssignal.
20.12.2020 - 09:00 Uhr 2 Kommentare
In Grünheide lässt der Tesla-Chef seine europäische E-Autofabrik errichten. Quelle: Dpa, Reuters, ddp
Elon Musk

In Grünheide lässt der Tesla-Chef seine europäische E-Autofabrik errichten.

(Foto: Dpa, Reuters, ddp )

Hildegard Müller: „Elon Musk will gewinnen“

Eine nicht bezahlte Wasserrechnung und der scheinbar nicht engagiert genug ausgeführte Umgang mit den Brandenburger Behörden hat den Manager der neuen Tesla-Fabrik seinen Job gekostet. Elon Musk hat ihn gefeuert und flugs darauf 25 neue Manager eingestellt, die die Sache richten und zum Fliegen bringen sollen. Warum zeichnen wir einen Mann aus, der nach hiesigen Maßstäben ruppig ist, so gar nicht zur deutschen Konsenskultur passt und sich auch gar keine Mühe macht, das ändern zu wollen.

Meine Antwort ist: Weil er ein Visionär ist. Weil er ein Ingenieur ist, wie er vielleicht deutscher nicht sein kann. Er ist detailversessen und denkt weit voraus. Er will Neues nicht nur beschreiben, sondern schaffen, bauen, fahren und fliegen sehen.

Er hat keine Angst vor Technik, er scheut kein Risiko, er ist ungeduldig, und er schont sich selbst am wenigsten. Mit diesen Tugenden ist unser Land groß geworden, gewachsen zur führenden Industrienation in Europa, zur Auto-Nation der Welt, zum Top-Player des internationalen Handels, mit Erfindungen, die die Welt verändert haben. Und all das in nur 70 Jahren. Was für eine Geschwindigkeit.

Und nun kommt Elon Musk und baut genau hier seine Fabrik, mitten in Brandenburg. Er tut das, weil wir offenbar dafür der beste Ort in Europa sind. Er pflanzt sich mitten in die deutsche Autoindustrie. Das nehmen wir als Kompliment.

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    Und auch als Ansporn, denn Elon Musk will gewinnen und uns auf die Plätze verweisen. Volkswagen, Daimler, BMW, Bosch, Conti, Hella und all die anderen unzähligen Unternehmen in Deutschland, die für Innovation, Qualität und Perfektion beim Auto stehen. Das ist mutig. Das ist Elon Musk.

    Die Autorin ist seit Januar Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Für die Interessen der größten deutschen Industriebranche nutzt sie ihr exzellentes Netzwerk in Wirtschaft und Politik. Müller war schon Staatsministerin im Kanzleramt unter Angela Merkel, Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft und im Vorstand der RWE-Ausgliederung Innogy. Quelle: dpa
    Hildegard Müller

    Die Autorin ist seit Januar Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Für die Interessen der größten deutschen Industriebranche nutzt sie ihr exzellentes Netzwerk in Wirtschaft und Politik. Müller war schon Staatsministerin im Kanzleramt unter Angela Merkel, Chefin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft und im Vorstand der RWE-Ausgliederung Innogy.

    (Foto: dpa)

    Aber wir nehmen diesen Wettbewerb gern an, weil auch wir mutig sind. Wir lieben Wettbewerb! Denn der Wettbewerb um die beste Idee hat uns groß gemacht. Und das wird auch in Zukunft so sein. Und so investieren die deutschen Unternehmen unter anderem gigantische Summen in E-Autos, stellen die Produktion um, kämpfen für eine bessere Elektro-Ladeinfrastruktur bis zur letzten Milchkanne.

    Bereits heute ist Deutschland Europameister bei E-Mobilität: Niemand bringt mehr E-Autos in Europa auf die Straße als die Hersteller aus Deutschland. Wir sind Vizeweltmeister beim Verkauf von E-Autos. In Norwegen, dem Vorbild in Sachen Elektromobilität, verkaufen wir deutschen Hersteller in fünf Wochen mehr E-Autos als Tesla im ganzen Jahr.

    Elon Musk wird das nicht witzig finden. Aber das ist Wettbewerb, und der tut uns allen gut. Steve Jobs sagte immer: „Stay hungry. Stay foolish.“ Elon Musk tut beides, und ihm gelingen große Dinge. Willkommen in Deutschland, dem Land der Ideen!

    Lesen Sie hier den Gastbeitrag des Bundeswirtschaftsministers.

    Peter Altmaier: „Elon Musk hat die Visionen, die wir benötigen“

    Was müssen wir tun, um eine bessere Zukunft für unsere Welt zu schaffen? Viele fragen sich das, einige finden darauf gute oder auch visionäre Antworten, kaum einer aber setzt diese so konsequent und erfolgreich in konkretes Handeln um wie Elon Musk.

    Er hat ein Gespür für Trends und eine Vorstellung von der Zukunft. Elon Musk ist nicht nur ein Stratege des Jahres 2020. Er ist ein Vordenker des 21. Jahrhunderts, in dem es uns gelingen muss, wirtschaftlichen Erfolg und Klimaschutz, Innovationen und Nachhaltigkeit dauerhaft zu vereinen.

    Elon Musk hat die Visionen, die wir benötigen, um die Welt vorwärts zu bringen. Er zeigt, wie Umdenken und Umsteuern in der Praxis funktionieren können. Denn das Bewusstsein, dass klimaschonender Wandel nötig ist, ist bei uns allen längst gewachsen. Die Einsicht ist bei den Menschen und bei der Politik angekommen. Aber der grundlegende Wandel lässt sich noch Zeit. Zeit, die Elon Musk für entschlossenes Handeln nutzt.

    Es sind Unternehmer wie Elon Musk, die klimaschonende Produkte wie das Elektrofahrzeug salonfähig und attraktiv machen. Elon Musk führt Europa vor Augen, wie erfolgversprechend es ist, wenn wir Wertschöpfung sichern und zugleich den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit im Mobilitätssektor stärken.

    Der Autor ist seit 2018 Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Zuvor war er bereits Chef des Bundeskanzleramts, geschäftsführender Finanzminister sowie Bundesumweltminister. Die Bundesregierung hat mittlerweile knapp drei Milliarden Euro bereitgestellt, um den Aufbau einer Batteriezellfertigung in Deutschland zu fördern. Davon soll auch Elon Musk mit Tesla profitieren. Quelle: dpa
    Peter Altmaier

    Der Autor ist seit 2018 Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Zuvor war er bereits Chef des Bundeskanzleramts, geschäftsführender Finanzminister sowie Bundesumweltminister. Die Bundesregierung hat mittlerweile knapp drei Milliarden Euro bereitgestellt, um den Aufbau einer Batteriezellfertigung in Deutschland zu fördern. Davon soll auch Elon Musk mit Tesla profitieren.

    (Foto: dpa)

    Durch neue Mobilität entstehen entlang der gesamten industriellen Wertschöpfungskette schon jetzt Tausende neue und qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland und Europa. Viele davon schaffen Unternehmen, deren Namen seit Jahrzehnten bekannt und weltweit geachtet sind. Etliche schafft aber auch Elon Musk. So trägt er ganz konkret dazu bei, dass Deutschland die Wende hin zur Elektromobilität erfolgreich meistert.

    Bei vielen Menschen ist inzwischen die Erkenntnis gereift, dass wir umdenken und umsteuern müssen, um den Planeten zu schonen und die Klimaerwärmung zu begrenzen. Mit Elon Musk haben wir den Pionier des Wandels, der mit seinem Tatendrang das neue Zeitalter im Bereich der Elektromobilität entstehen und mit seinen Fahrzeugen zur Wirklichkeit werden lässt.

    Er drängt, geht ins Risiko, ist ein „Entrepreneur“ im klassischen Sinne. Seine Begeisterung und seine Begeisterungsfähigkeit sind ansteckend. Er trifft Entscheidungen zu einem Zeitpunkt, an dem die anderen noch abwarten, und schafft so Fakten. Das ist in einer Zeit der schnellen Veränderungen genau das Richtige.

    In Deutschland trifft Elon Musk auf offene Türen und die Bereitschaft, ihn – wie auch andere innovative Unternehmer – zu unterstützen. Auch und gerade die Bundesregierung sieht sich durch sein Handeln und seine Investitionen in unseren Standort in ihrer Politik bestätigt.

    Hierzulande ist die Entwicklung im Bereich der Elektromobilität nicht zuletzt Resultat einer konsequenten Strategie der Bundesregierung, Forschungskapazitäten und Wissen über die für den Wandel essenziellen Technologien aufzubauen und Anreize zu schaffen, damit diese Technologien sich im Alltag durchsetzen.

    Vor wenigen Wochen sprach Elon Musk in einem Interview davon, dass Geschwindigkeit zentral für den Erfolg von investitionsabhängigen Unternehmen sei, vor allem, wenn es um Technologien geht. Elon Musk ist vorgeprescht – mit Elektroautos, mit Raketen. Aber: Konkurrenz belebt Wirtschaft und Wettbewerb. So entstehen mehr Auswahl, mehr Qualität, mehr Exzellenz. Diese Grundregel gilt weiterhin. Elon Musks Erfolg sollte uns daher antreiben und Mut machen.

    Vor allem junge Menschen wollen die Welt ohne Kohle und Erdöl, und das am liebsten sofort. Sie erinnern daran, dass das Starren auf kurzfristige Interessen und zaghaftes Handeln uns im Weg stehen, wenn es darum geht, den Wandel in eine vernetzte und klimaneutrale Wirtschaft zu schaffen. Menschen wie Musk dienen ihnen als Vorbild.

    Wir brauchen Unternehmerinnen und Unternehmer, die zeigen, dass umweltfreundliche Innovationen mehr Lebensqualität bringen und nicht weniger. In Deutschland haben wir viele davon, das zeigen erfolgreiche Start-ups ebenso wie strategische Neuausrichtungen großer Konzerne. Alle gemeinsam arbeiten wir an einer Idee von der Zukunft der Gesellschaft, vom Wandel und wie wir ihn meistern. Unternehmerische Vorreiter wie Elon Musk tragen zu dieser Idee entscheidend bei.

    Wer noch auffiel: Reüssiert, fokussiert, raffiniert
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    2 Kommentare zu "Stratege des Jahres: Elon Musk ist ein Pionier des Wandels – auch in Deutschland"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich finde es sehr gut, wie positiv Sie unser Land darstellen und offensichtlich begeistert sind betreffend deutscher Ingenieurskunst, über neue Ideen haben und und und. - sehr löblich.
      Problematisch ist die tägliche deutsche Bürokratie. Sie sind offensichtlich der Meinung, dass die deutsche Wirtschaft nur aus Großkonzernen bestünde.
      Wenn sie nicht gerade ein Leuchtturmprojekt eines ausländischen Unternehmens - mit Unterstützung von einer Landesregierung und Bundesministerien - verfolgen bräuchte allein die Erteilung der Baugenehmigung oder sogar eine Teilbaugenehmigung dieser Größenordnung mehrere Jahre und wenn sie einfach mal anfangen dann haben sie vom örtlichen Bauamt sofort ein Baustopp.
      Elon - und ich finde seinen Mut und seine Visionen sehr, sehr gut und seine Ergebnisse sprechen für sich - bau einfach mit Zulassungen, weil sich keiner der politischen Führer die Blamage geben will, dass wegen ein paar Kröten oder Kleinvögel oder Lurche langwierige Öko-Prüfungen nötig sind.
      Die täglichen Hindernisse durch die Bürokratie sieht anders aus - und das liegt nicht an fehlenden Ideen oder Mut von Unternehmern in Deutschland. Sie werden einfach ausgebremst mit teilweise irrsinnigen Vorschriften und gesetzlichen Hindernissen.
      Herr Musk baut schneller seine Autofabrik als ich als normaler Bürger dieses Landes ein Stadthaus in einer ganz normalen Kleinstadt, von einer Großstadt ganz zu schweigen.
      In Deutschland hätte Elon seine Geschäftsideen nicht umsetzen können, zumal die Bedingungen von Gründungen und Kapitalmarkt eher beschränkend wirken, weshalb viele erfolgreiche Start-ups ins Ausland gehen und dort ihr Glück machen - oder auch nicht.
      Unternehmer in Deutschland sein ist nichts Positives, denn hier lernen die Kinder noch das Bild eines fetten Ausbeuters mit Zylinder und Zigarre, der die armen Arbeiter knüppelt und ausbeutet.
      Vor allem - scheitern darf man schon gar nicht, denn dann ist man schnell ein Versager und hat keine Chance mehr.

    • Frau Müller mit der Laudatio von Elon Musk zu betrauen war eine mutige Entscheidung. Es war kein Elfmeter den man ihr aufgelegt hat, den man nur noch verwandeln muss, es war eher ein Freistoß aus spitzem Winkel. Diesen Freistoß hat sie aber eher an die Eckfahne geschossen als Richtung Tor gebracht.
      Sie hat es sich nicht verkneifen können etwas Negatives über ihn zu benennen um dann scheinheilig ihn als Visionär zu bezeichnen, der dürfe sowas. (Visionär geht übrigens völlig fehl. Er ist ein Mann der Tat, der Autofabriken im Jahrestackt hochzieht. Letztes Jahr eine, nächstes Jahr 2 und übernächstes Jahr 4. Und das alles nur im Nebenamt, da er ansonsten noch den großen Weltraumnationen zeigt wie man Raketen baut. So jemand ist kein Visionär sondern genau das Gegenteil)
      Im weiteren lobt sie dann im wesentlichen den deutschen Standort und die deutsche Automobilindustrie und den deutschen Erfindergeist (Musk ist gerade kein Ingenieur. Nach deutscher Diplom-Ingenieur Nomenklatur hat er nur Vordiplom). Das Selbstbewusstsein muss schon sehr weit unten sein, wenn man eine Laudatio halten soll und im wesentlichen sich selbst und nicht den betreffenden lobt.
      Peinlich ist dann der Ausklang mit Norwegen. Das ist bekanntermaßen ein kleiner (8 Mio Einwohner) und spezieller Markt. Der eigentlich den deutschen zeigt das man in einem Flächenstaat mit langem Winter bei geringem Modellangebot auf 60 % Neuzulassungen kommt (ohne Berücksichtigung von Hybrid). Nachdem man im Mittelklasse und Oberklassebereich den armen Norwegern 5 Jahre lang nur die Wahl zum Tesla ließ und dann den Rückstau als Zeichen überlegener Konkurrenz feiert ist wirklich armselig. Wie tief ist Deutschland und seine Automobilindustrie gefallen.
      Da ist Herr BM Altmaier offener und konsequenter. Bei ihm spürt man, dass er nicht nur die Konkurrenz gutheißt sondern förmlich dankbar ist, dass Tesla den bräsig und , selbst zufriedenen deutschen Automarkt aufmischt und zu deren Überleben sichert.

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