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Vakante StelleKfW-Direktorin Mauderer soll in den Bundesbank-Vorstand einziehen

Finanzminister Scholz besetzt den freien Vorstandsposten bei der Bundesbank mit Sabine Mauderer. Sie erfüllt alle drei Bedingungen des Finanzministers.Jan Hildebrand 24.07.2018 - 20:02 Uhr Artikel anhören

Die bisherige Direktorin der KfW besetzt nun den Vorstandsposten der Bundesbank.

Foto: KFW

Berlin. Nach längerer Suche hat Olaf Scholz (SPD) eine Kandidatin für die offene Stelle im Bundesbank-Vorstand gefunden. Der Bundesfinanzminister will Sabine Mauderer in das Gremium schicken. Das geht aus einer entsprechenden Vorlage für die Kabinettssitzung am 1. August hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

Der Vorstandsposten bei der Bundesbank ist seit Ende April vakant. Die Suche zog sich hin, weil Scholz gleich drei Bedingungen stellte: Der Vizekanzler wollte unbedingt eine Frau in den sechsköpfigen Vorstand schicken. Bisher sitzt dort mit Vizepräsidentin Claudia Buch erst eine Frau. Scholz will die Quote aufbessern, schließlich verlangt gerade die SPD auch von der Wirtschaft entsprechende Anstrengungen. Da sollte die Bundesbank mit gutem Beispiel vorangehen.

Zweitens sollte Scholz’ Kandidatin die nötige Expertise mitbringen und drittens möglichst SPD-nah sein. Alle drei Kriterien sieht Scholz bei Mauderer erfüllt. Man freue sich, eine „hochkompetente Person“ in den Vorstand schicken zu können, hieß es im Finanzministerium.

Dafür spricht der Lebenslauf, welcher der Kabinettsvorlage beiliegt. Seit zwölf Jahren arbeitet die 48-jährige promovierte Juristin bei der KfW, zuletzt im Vorstandsstab. Davor war sie Direktorin der internen Revision und Abteilungsdirektorin für Restrukturierungen im Bankensektor und bei Staaten. Sie kennt also das Innenleben einer Bank.

Gleichzeitig verfügt Mauderer, die in Frankfurt wohnt, auch über politische Erfahrung. Ihre Karriere begann die Mutter zweier Kinder im Bundesfinanzministerium als Referentin in der Abteilung Finanzmarktpolitik. Nach einer Station in der deutschen Botschaft in Washington wurde sie persönliche Referentin der damaligen Finanzstaatssekretärin Barbara Hendricks (SPD). Das dürfte für eine gewisse Nähe zur SPD sprechen.

Ihre Berufung ist aber keine Parteipersonalie, was vor allem Bundesbank-Präsident Jens Weidmann freuen dürfte. Er hatte wiederholt darauf gedrängt, dass der Vorstand nicht nach Parteibuch, sondern nach Kompetenz besetzt werden soll.

Mauderer hat sich sowohl bei der KfW als auch im Finanzministerium mit der Restrukturierung von Banken und Staaten beschäftigt. Von ihrer Qualifikation her könnte sie im Bundesbank-Vorstand den Bereich „Banken und Finanzaufsicht“ übernehmen. Dazu gehört auch die Teilnahme an den Treffen des Internationalen Währungsfonds.

Mauderers Vorgänger, Carl-Ludwig Thiele, war allerdings für das Thema Bargeld zuständig. Um die Finanzaufsicht hatte sich bis Ende April Andreas Dombret gekümmert. Dombrets Nachfolger steht schon länger fest: Der Posten wird von den Bundesländern besetzt. Sie haben sich darauf geeinigt, den langjährigen Europaparlamentarier Burkhard Balz (CDU) in den Bundesbank-Vorstand zu schicken. Balz hat sich im EU-Parlament unter anderem mit der europäischen Bankenaufsicht beschäftigt.

Wie nun die Arbeit im Bundesbank-Vorstand verteilt wird, ist noch unklar. Über die Ressortverteilung entscheidet üblicherweise der Präsident zusammen mit den neuen Vorstandsmitgliedern in der ersten gemeinsamen Sitzung.

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