Verteidigungsminister: Pistorius sieht vorerst keine Auslandseinsätze der Bundeswehr wie in Mali
Berlin. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius rechnet nicht mit weiteren Auslandseinsätzen der Bundeswehr in der Größenordnung des gerade in Mali beendeten. „Ich sehe derzeit nicht, dass wir so große Einsätze wie Afghanistan oder Mali wiederholen“, sagte der SPD-Politiker der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht.
Kleinere Engagements insbesondere im Bereich der militärischen Beratung blieben aber wichtig. „Die Zusammenarbeit auch mit Ländern, die vielleicht nicht alle unsere Werte teilen, halte ich für essenziell. Die Alternative wäre, keine Kontakte mehr zu diesen Ländern zu haben und sie von vornherein den Russen und den Chinesen zu überlassen. Und das wäre noch viel gefährlicher.“
Die letzten Bundeswehrsoldaten waren am Freitag aus Mali zurückgekehrt. Die Vereinten Nationen hatten den Einsatz der Friedenstruppen Minusma dort wegen der prekären Sicherheitslage und mangelnder Unterstützung der Militärregierung zum Jahresende für beendet erklärt. In dem westafrikanischen Land waren vor Beginn des Abzugs noch rund 1000 deutsche Soldaten im Rahmen von Minusma stationiert.
Bundeswehr global engagieren
Pistorius sagte, die Bundeswehr dürfe sich nicht nur in Europa engagieren. Sicherheitspolitik funktioniere anders. „Wenn wir uns nicht um die Stabilisierung bestimmter Regionen mit bemühen, zum Beispiel auch um die Freiheit der See- und Handelswege, dann verlieren wir den Einfluss in dieser Region, sowohl politisch als auch wirtschaftlich“, sagte Pistorius unter Verweis auf das deutsche Engagement im Indo-Pazifik.
„Und gleichzeitig tragen wir dann die Folgen einer destabilisierten Region, sei es nun Sahel oder Indopazifik. Also ist es klug und richtig, einen Beitrag zur Stabilität zu leisten.“