Geopolitics: Das große Wettrennen um Afghanistans Rohstoffe hat jetzt begonnen
Die Monopolstellung von China in dem Bereich ist eine große Gefahr für die globale Lieferkette.
Foto: picture alliance / Wang chun lygIstanbul, Berlin. Während westliche Militärs alles unternehmen, um ihre Staatsangehörigen aus Afghanistan zu evakuieren, sehen die Regierungen anderer Länder ihre Zeit gekommen. China, Russland, Pakistan, der Iran und die Türkei denken nicht daran, Kabul zu verlassen. Im Gegenteil: Sie hoffen auf lukrative Aufträge und die Möglichkeit, die kostbaren Rohstoffe des Landes auszubeuten.
„Während die USA gezwungen sind, das Land zu verlassen, nachdem sie es zerstört haben, kann Chinas Hilfe zum Hoffnungsstrahl für die kriegsgeschundene Nation werden“, verkündet Chinas staatlicher Auslandssender CGTN.
Das Land mit einem Bruttoinlandsprodukt von bisher nur 581 Dollar pro Kopf ist prinzipiell reich: Allein auf den 30 Prozent des afghanischen Territoriums, das die US-Geologiebehörde USGS untersuchen konnte, liegen Rohstoffe im Wert von drei Billionen Dollar.
Nachgewiesen sind zwei Milliarden Tonnen Kupfererz sowie mehrere Lagerstätten für Gold und Kohle, fast die Hälfte des Wertes aller offiziellen afghanischen Exporte kommt aus Goldverkäufen. Darüber hinaus gibt es reiche Vorkommen Seltener Erden. Letztere werden für die Ära der Elektromobilität dringend benötigt. In den unerforschten 70 Prozent der Böden Afghanistans werden 1,6 Milliarden Barrel Rohöl vermutet.