Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Abzugspläne USA und Taliban unterzeichnen Abkommen – Truppenabzug geplant

Binnen 14 Monaten sollen alle US-Truppen Afghanistan verlassen – wenn sich die Taliban an das Abkommen halten. Ob das zu Frieden im Land führt, ist allerdings unsicher.
29.02.2020 Update: 29.02.2020 - 14:37 Uhr Kommentieren
In einem ersten Schritt soll gut die Hälfte der US-Truppen Afghanistan verlassen. Quelle: AFP
Der amerikanische Afghanistan-Sonderbeauftragte Zalmay Khalilzad und einer der Taliban-Mitgründer Mullah Abdul Ghani Bardar

In einem ersten Schritt soll gut die Hälfte der US-Truppen Afghanistan verlassen.

(Foto: AFP)

Doha, Washington, Kabul Vertreter der USA und der Taliban haben an diesem Samstag in Doha im Golfemirat Katar eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet – mehr als 18 Jahre nach dem US-Einmarsch in Afghanistan.

Der US-Sondergesandte für Aussöhnung in Afghanistan, Zalmay Khalilzad, und der Leiter des politischen Büros der Taliban in Doha, Mullah Abdul Ghani Baradar, unterzeichneten vor rund 300 geladenen Gästen das Abkommen. Auch US-Außenminister Mike Pompeo war bei der Zeremonie anwesend.

Binnen 14 Monaten wollen die USA alle Truppen aus Afghanistan abziehen, wie aus einer kurz vor Unterzeichnung des Abkommens veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Voraussetzung ist, dass sich die militant-islamistischen Taliban an ihre Zusagen zur Verhinderung von Terrorismus halten. In einem ersten Schritt soll die amerikanische Militärpräsenz von zwischen 12.000 und 13.000 auf 8600 Kräfte reduziert werden.

US-Präsident Donald Trump teilte am Freitag in Washington mit, US-Außenminister Mike Pompeo werde an der Zeremonie teilnehmen. Es werde außerdem eine gemeinsame Erklärung von US-Verteidigungsminister Mark Esper mit der afghanischen Regierung geben.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Als Voraussetzung für ein Abkommen hatten die USA von den Taliban sieben Tage der „Gewaltreduzierung“ in Afghanistan verlangt. Die Frist lief um Mitternacht ab – kurz bevor Trumps Mitteilung vom Weißen Haus verschickt wurde. Die Phase verlief lokalen Angaben zufolge zwar nicht gewaltfrei, aber erheblich ruhiger als üblich. Die Woche war als Test angesehen worden, ob die Taliban ihre Reihen kontrollieren können.

    Das Abkommen zwischen den USA und den Taliban soll einen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan einleiten. Im Gegenzug sollen die Taliban Garantien geben, dass das Land kein sicherer Hafen für Terroristen wird und sie Friedensgespräche mit der Regierung in Kabul aufnehmen. In den vergangenen Jahren waren die Taliban militärisch aggressiv aufgetreten und hatten sich eine starke Verhandlungsposition aufgebaut. Sie überrannten immer mehr Gebiete.

    Afghanische Regierung außen vor

    Bei den Verhandlungen zwischen Vertretern der Taliban und den USA war die Regierung in Kabul nur Zaungast. Die Taliban beharrten darauf, frühestens mit Kabul zu sprechen, wenn der Abzug der internationalen Truppen geregelt ist. Mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen den USA und den Taliban sollen die innerafghanischen Gespräche möglicherweise schon binnen zwei Wochen beginnen.

    Trump teilte mit, in dem seit Ende 2001 währenden Einsatz seien große Fortschritte gemacht worden – aber unter hohen Kosten für US-Truppen, für den amerikanischen Steuerzahler und für das afghanische Volk. Im Wahlkampf habe er versprochen, „dass ich damit beginnen würde, unsere Truppen nach Hause zu bringen und zu versuchen, diesen Krieg zu beenden. Wir machen erhebliche Fortschritte bei der Einlösung dieses Versprechens.“ Letztlich werde es aber an den Afghanen liegen, ihre Zukunft zu bestimmen.

    Mullah Abdul Salam Hanafi vom politischen Büro der Taliban in Doha zeigte sich zuversichtlich, dass das Abkommen „einen helleren Tag für Afghanistan“ bringen werde. Der Bruder des hochrangigen Taliban-Kommandeurs Siradschuddin Hakkani, Anas Hakkani, sagte: „Wir sind mit einem offenen Herzen hierhin gekommen.“ Siradschuddin Hakkani hatte kürzlich in einem Gastbeitrag für die „New York Times“ geschrieben: „Ich bin überzeugt, dass das Töten und die Verstümmelung aufhören müssen.“

    Mit dem Abkommen kommen die Taliban ihrem Langzeitziel ein bedeutendes Stück näher: dem Ende der „ausländischen Besatzung“, wie sie es nennen, also dem Abzug der US-amerikanischen und internationalen Truppen. Die Taliban waren 2001 von einer US-geführten Militärkoalition von der Macht vertrieben worden, nachdem sie den Terrorpaten Osama bin Laden beherbergt hatten. Die USA machten den im Mai 2011 getöteten El-Kaida-Chef für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich.

    Mehr: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer will den deutschen Afghanistan-Einsatz verlängern und hat die Entscheidung über die Stationierung auf das Frühjahr 2020 datiert. Der Einsatz läuft bereits seit 18 Jahren.

    • dpa
    • ap
    Startseite
    Mehr zu: Abzugspläne - USA und Taliban unterzeichnen Abkommen – Truppenabzug geplant
    0 Kommentare zu "Abzugspläne: USA und Taliban unterzeichnen Abkommen – Truppenabzug geplant"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%