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AnalyseNeue Weltordnung – Die Rückkehr der Freiheit

Ob China, Iran oder Russland: In vielen Ländern erheben sich Menschen gegen die Unterdrückung. Die Welt bestaunt das überraschende Comeback der Demokratie. Doch es bleiben Risiken.Jens Münchrath, Dana Heide, Moritz Koch und Mareike Müller und Mathias Brüggmann 13.01.2023 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Der Ukrainekrieg und die Aufstände in Iran und China verändern die Weltordnung.

Foto: Handelsblatt
  • Höheres Wachstum, schnellere Entscheidungen, mehr Bewunderung: Über Jahre sah es so aus, als ob autokratische Systeme westlichen Demokratien überlegen wären. Doch nun ändert sich die Lage.
  • Autokraten wie Russlands Wladimir Putin und Chinas Xi Jinping sehen sich mit ungewohntem Widerstand konfrontiert. Ob die Menschen in der Ukraine oder Demonstrierende in China: der Wunsch nach einer selbstbestimmten Zukunft ist unüberhörbar.
  • Auch der Harvard-Politologe Daniel Ziblatt, Autor von „Wie Demokratien sterben“, sieht in den Aufständen im Iran und in China Zeichen der Hoffnung. Warum er gleichzeitig aber vor einer Deglobalisierung warnt, lesen Sie hier.

Düsseldorf, Brüssel, Berlin. Luftalarm ist ein ständiger Begleiter von Anastasiia Verba. Vor dem Krieg führte die 29-Jährige Touristen durch Lwiw, die Stadt im Westen der Ukraine, die früher Lemberg hieß. Jetzt schlagen auch hier, weit hinter der Front, russische Raketen ein.

Wenn die Sirenen heulen, bleibt nur die Flucht in einen Bunker oder notfalls in den nächstbesten Keller. Natürlich hat Verba, die nach einer Karriere als PR-Managerin für ukrainische Start-ups ihr Unternehmen „Travel Mate“ gründete, Angst.

Doch noch größer als die Angst ist ihr Wille, durchzuhalten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. „Ich habe keine Kinder, die ich beschützen muss. Es gibt hier genug zu tun, jede Unterstützung zählt.“

Und deswegen baut sie seit fast einem Jahr Tag für Tag Molotowcocktails zusammen, knotet mit anderen Freiwilligen Tarnnetze, sucht Wege, Medikamente für Verwandte in die besetzen Gebiete liefern zu lassen. Viel stehe auf dem Spiel: „Wir kämpfen hier für die Freiheit — nicht nur für unsere, ein bisschen auch für die der gesamten Welt.“

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