COP27: Industrieländer wehrten sich jahrelang gegen diesen Fonds: So kam es zur Einigung in Scharm el-Scheich
Die Außenministerin am Sonntagmorgen nach der Abschlusszeremonie beim Weltklimagipfel in Scharm el-Scheich.
Foto: dpaScharm el-Scheich. Die deutsche Außenministerin machte sich keine Illusionen. „Es wird ein intensiver Tag, wahrscheinlich auch eine intensive Nacht“, sagte Annalena Baerbock wenige Stunden vor dem offiziellen Ende der Klimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich. Keine der noch offenen Fragen sei „unlösbar“, befand Baerbock. „Alle Staaten können jetzt zeigen, dass sie zu mehr Ambition und mehr Solidarität bereit sind.“
Doch ein Ergebnis ließ auf sich warten. Es sollte noch 40 Stunden dauern, bis es zu einer Einigung zwischen den fast 200 Ländern kam: Ärmere Staaten sollen einen Ausgleich für Klima-Schäden erhalten. Viele Delegierte waren bereits abgereist, Essen und Getränke wurden knapp auf dem Konferenzgelände.
Besonders verfahren waren die Gespräche über Unterstützungszahlungen für Entwicklungsländer. Die G77-Gruppe, in der mehr als 130 Länder zusammengeschlossen sind, hatten einen Fonds gefordert, der ihnen bei der Bewältigung der zunehmend auftretenden Verluste und Schäden („Loss and Damage“) durch Dürren, Überschwemmungen oder Stürmen hilft.
In diesem Jahr, so ihre Ansage, wollten sie sich nicht mehr mit vagen Versprechungen abspeisen lassen – zumal die Industrieländer schon ihr Versprechen gebrochen hatten, ab 2020 jährlich mit 100 Milliarden US-Dollar Entwicklungsländer bei Klimaschutz und -anpassung zu unterstützen.