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Coronakrise Mehr als 200 Ausbruchsherde in Spanien verunsichern Urlauber

Hohe Infektionszahlen überschatten die Hochsaison in dem Urlaubsland. Vor allem in Katalonien häufen sich die Fälle. Frankreich erwägt, seine Grenze zu Spanien zu schließen.
23.07.2020 - 13:08 Uhr Kommentieren
Mehr als 200 Ausbruchsherde in Spanien verunsichern Urlauber Quelle: Reuters
Barcelona

Katalonien gehört zu den am stärksten betroffenen Regionen Spaniens.

(Foto: Reuters)

Barcelona Mitten in der Hochsaison weist das am zweitmeisten besuchte Urlaubsland der Welt eine traurige Bilanz auf: Spanien liegt nach Berechnungen der „Financial Times“ (FT) im Durchschnitt der vergangenen sieben Tage gemessen an der Einwohnerzahl mit an der Spitze der Länder mit den meisten Infektionen in Europa. Demnach gab es zuletzt 29,2 neue Fälle pro eine Million Einwohner.

Die Ansteckungen übersteigen selbst die in Portugal, gegen das mehrere EU-Länder nach Ausbrüchen im Großraum Lissabon Reisewarnungen verhängt hatten. In Portugal zählte die FT zuletzt 25,7 Fälle pro eine Million Einwohner, in Frankreich 10,6. Paris überlegt bereits, die Landgrenze zu Spanien zu schließen.

Die spanische Tourismus-Ministerin Reyes Maroto hatte am vergangenen Mittwoch bereits eingeräumt, dass die Entwicklung in Spanien Urlauber abschreckt. „Ich hoffe, dass sich die Zahlen verbessern werden, wenn wir die Ausbrüche kontrollieren“, sagte sie. „Im Moment sorgen die Ausbrüche noch für Unsicherheit und in einigen Destinationen kommt es zu Stornierungen.“

Für die spanische Konjunktur ist das fatal: Der Tourismus macht zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung aus und ist die größte Branche des Landes.

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    In Spanien gibt es derzeit nach Angaben des Gesundheitsministers 224 Infektionsherde. Die meisten Fälle konzentrieren sich auf Katalonien und die angrenzende Region Aragonien. Im katalanischen Landkreis Segriá an der Grenze zwischen beiden Regionen haben sich zahlreiche Erntehelfer auf den Gemüsefeldern angesteckt.

    Von dort breitete sich das Virus schnell in beiden Regionen aus und sorgte auch in der katalanischen Hauptstadt Barcelona für zahlreiche Infektionen. In den vergangenen 14 Tagen hat allein Katalonien 6870 neue Fälle gemeldet.

    Anders als der spanische Staat können die autonomen Regionen keine Ausgangssperre verhängen. Der katalanische Regierungschef Quim Torra hat die Einwohner von Barcelona aber aufgefordert, die Wohnung freiwillig nur noch für unbedingt nötige Erledigungen zu verlassen.

    Der Erfolg des Appells ist durchwachsen: Auf den Straßen sind weiter zahlreiche Spaziergänger zu sehen. Gleichwohl sank die Zahl der Infizierten zuletzt. Torra erwägt zudem, Diskotheken und Nachtclubs zu schließen, da viele junge Spanier zu den Infizierten gehören und sich beim Ausgehen ansteckten.

    Mangelnde Vorbereitung

    Der spanische Gesundheitsminister Salvador Illa versicherte am Mittwoch, dass die meisten Infektionsherde „unter Kontrolle“ seien. Er räumte jedoch ein, dass die Situation in Katalonien und Aragonien „besonders besorgniserregend“ sei.

    Experten machen unter anderem die mangelnde Vorbereitung der spanischen Behörden für die vielen Ausbrüche verantwortlich. Eine mobile Applikation, um die Kontakte eines Infizierten nachzuverfolgen, wurde bislang nur auf der Insel La Gomera getestet. In vielen autonomen Regionen fehlen personelle Kapazitäten, um durch eine Befragung die Kontakte ausfindig zu machen.

    Im Vergleich zu vielen anderen Ländern testet Spanien auch weniger. Nach Zahlen der Universität Oxford vom Juli testet Spanien pro 1000 Einwohner 87 Personen. Das ist zwar ähnlich viel wie in Deutschland, wo 88 Personen getestet werden.

    Länder, wo das Virus jüngst oder in der Vergangenheit besonders stark verbreitet war, testen dagegen deutlich mehr: In Portugal sind es145 Fälle, in Italien 105 und in Großbritannien 122.

    Mehr: Der Reise-Sommer droht zum Desaster zu werden.

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