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„Diamond Princess“ in Yokohama

Das Schiff wird unter Quarantäne gehalten, Schuld ist das Coronavirus.

(Foto: dpa)

Coronavirus Die Lage auf der „Diamond Princess“ in Japan spitzt sich zu

Mehr als 60 Personen haben sich auf dem Kreuzfahrtschiff am Montag neu mit dem Virus infiziert. Viele Quarantäneopfer leiden vor allem psychisch.
10.02.2020 - 16:28 Uhr 1 Kommentar

Yokohama Auf dem Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“ wird derzeit für tausende Passagiere ein Albtraum Realität: Sie müssen seit ihrer Ankunft im japanischen Hafen Yokohama am 3. Februar in ihren Kabinen ausharren.

Das Schiff steht unter Quarantäne, da sich 136 Passagiere mit dem Coronavirus angesteckt haben. Nur hin und wieder erlaubt der Kapitän Freigang in kleinen Gruppen. Kabinenkoller stellt sich mittlerweile bei vielen der 2666 Reisenden ein.

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Der britische Passagier David Abel klärt die Außenwelt und seine Schicksalsgenossen auf dem eigenen Facebook-Kanal mehrmals täglich über die Lage an Bord auf. „Viele Passagiere kriegen nun das Kabinenfieber“, erzählte er am Montag. „Depressionen setzen ein.“ Auch an seinem Nervenkostüm zerre die Situation. Dabei reisen er und seine Frau nicht in fensterlosen Innenkabinen, sondern mit Seeblick und Balkon. Sie würden tapfere Gesichter aufsetzen, gab er am Sonntag zu. Doch: „Wir beginnen, es satt zu haben“, sagt der Rentner, der inzwischen zu einem kleinen Internetstar geworden ist. Schon 4000 Mails habe er aus aller Welt erhalten, sagt er.

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    Er und der Rest der Passagiere können die Aufmunterung gut gebrauchen. Denn die negativen Nachrichten reißen nicht ab. Am Montag gab der Kapitän bekannt, dass weitere 66 Personen an Bord des Schiffes positiv auf das neuartige Coronavirus getestet wurden, das schwere Lungenentzündungen auslösen kann. Unter den Infizierten sei keiner der zehn deutschen Staatsbürger, die sich an Bord aufhalten, teilte die deutsche Botschaft in Tokio mit.

    Noch ist unklar, wie lange das Kreuzfahrtschiff eine schwimmende Isolierstation bleibt. Bisher hält die japanische Regierung offiziell am 19. Februar als Tag fest, an dem die Reisenden das Schiff verlassen können. Nur Personen mit direktem Kontakt zu Kranken müssten länger in Quarantäne bleiben, schreibt die Weltgesundheitsorganisation WHO.

    Begründet wird dies mit der Inkubationszeit des Virus, die bisher auf drei bis 14 Tage geschätzt wird Doch nun kursieren Berichte über eine Studie in China, nach der die Zeit bis zum Ausbruch des Virus auch 24 Tage betragen kann. Laut der chinesischen Zeitung China Daily haben die Untersuchungen eines prominenten chinesischen Virologen allerdings auch ergeben, dass die durchschnittliche Inkubationszeit nur drei Tage betrage. Bisher war die Fachwelt von 5,2 Tagen ausgegangen.

    Volle Rückerstattung und Aloe-Joghurt

    Die widersprüchlichen Informationen der Regierung helfen nicht, die Stimmung der Reisenden zu verbessern. Am Vormittag erklärte Japans Gesundheitsministerium noch, dass alle Passagiere getestet werden sollten. Ohne negatives Ergebnis wollte Gesundheitsminister Katsunobu Kato offenbar niemanden von Bord lassen. „Wir müssen das Unbehagen und die Sorgen unserer Bürger beantworten.“ Doch Kabinettamtschef Yoshihide Suga schränkte später ein, dass ein Test für alle Passagiere und Besatzungsmitglieder womöglich schwer durchführbar sei. Bisher wurden nur 336 Personen getestet, die mit den ersten Virusopfern in Kontakt standen.

    Crew und Gäste versuchen das beste aus der schwierigen Situation zu machen. Inzwischen wird Medizin an die 1700 Reisenden – darunter viele Rentner - verteilt, denen die täglichen Dosen ausgehen. Und die Kaffeeportionen wurden anscheinend erhöht, berichten einige. Essen gebe es reichlich, ist ein viel geäußertes Lob.

    Das Kreuzfahrtschiff wird unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen versorgt. Quelle: dpa
    Beamte in Schutzanzügen

    Das Kreuzfahrtschiff wird unter höchsten Sicherheitsmaßnahmen versorgt.

    (Foto: dpa)

    Matthew Smith hat es eine Dose japanischer Joghurt mit Aloe Vera angetan. „Quarantäne führt zu neuen Erfahrungen“, twittert er. „Überhaupt nicht schlecht, obwohl er ein bisschen wie Joghurt mit Sonnenmilch schmeckt.“ Andere machen dagegen klar, dass nicht jede Mahlzeit ihrem Geschmack entspreche. Die Bemühungen der Crew werden allerdings durchaus honoriert. 

    Die Reederei setzt auf Kulanz: Die Princess Cruise Lines, die zum Reisekonzern Carnival gehören, hat den Passagieren eine vollständige Rückzahlung der Reisekosten und eine Gratisbuchung für eine weitere Kreuzfahrt versprochen. Auch alle Bestellungen an Bord seit Beginn der Quarantäne will das Unternehmen übernehmen. 

    Derweil leidet Japans Kreuzfahrttourismus an der amtlichen Quarantänepolitik. Das Verkehrsministerium teilte am Montag mit, dass 13 der 14 Schiffe, die im Februar in Japan anlegen wollten, ihre Besuche abgesagt haben. Nur das amerikanische Schiff Ocean Dream plant demnach bisher weiterhin zwei Landgänge im Reich des Lächelns.

    Mehr: Reedereien sortieren wegen des Coronavirus verdächtige Passagiere aus. Der Branche droht ein herber Umsatzeinbruch, Deutsche zeigen sich noch gelassen.

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    1 Kommentar zu "Coronavirus: Die Lage auf der „Diamond Princess“ in Japan spitzt sich zu"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es waere kein Problem die infizierten mit einem Hubschrauber an Land zu bringen.
      Warum tut man das nicht?

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