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Energieminister„Künftig 50 Prozent Nuklearenergie“ – Ukraine setzt weiter auf Atomstrom

Der ukrainische Energieminister spricht darüber, wie er die Situation am AKW Saporischschja einschätzt – und wie sein Land im Krieg die Energieversorgung neu aufstellt.Nicole Bastian, Martin Murphy 03.05.2023 - 17:57 Uhr Artikel anhören

Das AKW ist von russischen Truppen besetzt, die internationale Atomenergiebehörde warnt deshalb vor eklatanten Wartungsmängeln.

Foto: IMAGO/NurPhoto

Berlin. Die Ukraine will noch in Kriegszeiten den Grundstein für die zukünftige Energieversorgung legen. „Unser Plan ist es, künftig 50 Prozent Nuklear- und 50 Prozent erneuerbare Energie zu haben“, sagte der ukrainische Energieminister German Galushchenko dem Handelsblatt. Er kündigte an: „Einige Projekte starten schon jetzt während des Kriegs.“

Seit Kriegsbeginn hat Russland die Energieinfrastruktur der Ukraine immer wieder mit Raketen und Artillerie angegriffen. Dauerhafte Blackouts hat die Ukraine aber vermeiden können, inzwischen exportiert das Land sogar wieder Strom ins europäische Ausland. Für den Aufbau neuer Produktionskapazitäten benötigt Kiew aber Geld aus dem Ausland. Um diese Investitionen abzusichern, spreche die Ukraine mit internationalen Institutionen wie der Weltbank, sagte der Minister.

Besorgt äußerte sich Galushchenko über die Situation rund um Europas größtes Atomkraftwerk Saporischschja, das von russischen Truppen besetzt ist. Kiew stufe die Gefährdung als hoch ein, sagte er. Die Russen unterließen notwendige Wartungsarbeiten, weil sie das AKW unbrauchbar machen wollten.

Lesen Sie hier das vollständige Interview:

Herr Galushchenko, die Welt schaut sorgenvoll auf das Atomkraftwerk Saporischschja. Rafael Grossi, Chef der internationalen Atomenergiebehörde, hat kürzlich vor einer Katastrophe gewarnt, weil die Kämpfe rund um das AKW nicht aufhören. Wie groß stufen Sie die Gefahr ein?
Nach seinem letzten Besuch in Saporischschja hat uns Grossi mitgeteilt, dass jede Vereinbarung vonseiten der Russen gebrochen wurde. Die Folgen eines russischen Raketenangriffs wären fatal. Ich teile daher seine Einschätzung: Die Gefahr ist groß. Es geht dabei nicht nur um die Kämpfe, sondern auch um die Art und Weise, wie Russland mit dem Atomkraftwerk umgeht.

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