Erneuerbare Energien: So könnte Deutschland von Saudi-Arabiens Megaplänen profitieren
Istanbul. Am Rande eines Treffens von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem saudischen Kronprinzen und faktischen Herrscher Mohammed bin Salman haben Wirtschafts- und Regierungsvertreter beider Länder am Sonntag Kooperations- und Industrieabkommen von rund zehn Milliarden Dollar unterzeichnet. Darunter war auch eines, das gemeinsame Investitionen in die Versorgung Europas mit grünem Wasserstoff prüfen soll.
Das Feld ist auch für Deutschland interessant, zwischen der Bundesrepublik und Saudi-Arabien bestehen ebenfalls entsprechende Kooperationsvereinbarungen.
Der saudische Staatsfonds stellt Milliardensummen bereit, damit im ganzen Land riesige Solarparks und Wasserstoffanlagen entstehen und Windräder aufgestellt werden: Saudi-Arabien, weltgrößter Ölexporteur, wird grün.
Das Königshaus verfolgt ehrgeizige Ziele, denn Kronprinz Mohammed bin Salman will die Wirtschaft unabhängiger vom Öl machen. Spätestens 2030 soll die eine Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen, die andere aus Kraftwerken, die mit Gas betrieben werden.
Gemessen an den jetzigen Kapazitäten scheint das eher eine Wunschvorstellung – aktuell kommt der Großteil des Stroms aus Kraftwerken, die mit fossilen Energien betrieben werden.
Analysten schätzen allerdings, dass Saudi-Arabien seine ambitionierten Ziele erreichen könnte, wenn auch mit einiger Verzögerung. Ein Unternehmen nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Auch die deutsche Wirtschaft dürfte von der saudischen Energiewende profitieren: Geht der Plan des Königreichs tatsächlich auf, könnten Unternehmen ab 2027 „grünen Wasserstoff“ aus einer gigantischen Anlage beziehen.