Europäische Union: Europas Führungsmacht: Wie Macrons Frankreich die EU grundlegend verändert
Macron hofft mit der neuen deutschen Regierung auf mehr Kooperation bei der Europäischen Außenpolitik.
Foto: imago images/SNABrüssel, Paris. Der Witz ist inzwischen etwas alt, aber seine Pointe hat nichts von ihrer Relevanz verloren. Es geht um eine angebliche Verlautbarung der EU-Kommission: Darin wird Englisch zur alleinigen Amtssprache der Europäischen Union erklärt, wenngleich in leicht „optimierter“ Form.
Zunächst solle das „C“ durch „K“ ersetzt, dann die Satzstellung verändert werden. Noch ein paar andere Anpassungen werden verordnet – bis am Ende Englisch zu Deutsch geworden ist. Eurokratenhumor, der seiner Zeit voraus war. „Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen“, triumphierte der damalige Unionsfraktionschef Volker Kauder auf dem Höhepunkt der Euro-Krise.
Spätestens da war den anderen Europäern das Lachen vergangen. Tiefsitzende Ängste vor einer deutschen Dominanz kamen wieder hoch. Die Bundesrepublik ist das wirtschaftliche Kraftzentrum des Kontinents. Doch es war ein anderes Land, das Europa in den vergangenen Jahren entscheidend prägen konnte: Frankreich.
Am 1. Januar übernimmt Paris turnusgemäß den EU-Ratsvorsitz. Für Präsident Emmanuel Macron ist es der europapolitische Höhepunkt seiner Amtszeit. Auch wenn die französische Präsidentschaftswahl im April als Unsicherheitsfaktor über dem halbjährigen Programm schwebt – Macron hat sich für die große Bühne in Brüssel viel vorgenommen.