Ex-General Hodges: „Einzige echte Sicherheitsgarantie für Ukraine ist Nato-Beitritt“
Der Generalleutnant a.D. kommandierte gut drei Jahre lang die US-Landstreitkräfte in Europa.
Foto: imago images/EastnewsBerlin. Der frühere Oberkommandierende der US-Landstreitkräfte in Europa, Generalleutnant a. D. Ben Hodges, erwartet vom Nato-Gipfel in Vilnius eine klare Beitrittsperspektive für die Ukraine.
Außerdem äußert er sich im Interview enttäuscht darüber, dass die US-Regierung den ukrainischen Streitkräften immer noch keine ATACMS-Präzisionsraketen (Army Tactical Missile System) und keine Kampfjets zur Verfügung stellt.
Lesen Sie hier das vollständige Interview:
Der kommende Nato-Gipfel ist der zweite unter dem Eindruck des Ukrainekriegs. Welches Signal muss von Vilnius ausgehen?
Wir brauchen drei Signale: erstens, dass die Nato-Mitglieder – trotz einzelner Differenzen – unerschütterlich zusammenstehen. Zweitens das klare Bekenntnis, dass sie ihre Verteidigungsfähigkeit weiter ausbauen. Und drittens muss es ein unmissverständliches Signal an die Ukraine für eine Nato-Mitgliedschaft geben. Alles andere als ein konkreter Pfad dorthin wäre ein Sieg für den Kreml.
Wann und unter welchen Konditionen kann die Ukraine der Nato beitreten?
Auch wenn der konkrete Beitritt dann vielleicht erst in drei oder vier Jahren erfolgt, ist es wichtig, dass es jetzt eine konkrete Einladung gibt. Wir dürfen nicht denen folgen, die warnen, dass uns schon die Einladung an die Ukraine in einen Krieg mit Russland führt. Denn der Beistandspakt aus Artikel 5 greift erst, wenn die Ukraine tatsächlich Nato-Mitglied ist [Artikel 5 des Nato-Vertrags regelt die Beistandsverpflichtung, also dass ein Angriff auf ein Mitgliedsland wie ein Angriff auf die gesamte Nato gewertet wird, Anm. d. Red].