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Finnlands Regierungschefin Sanna MarinJüngste Premierministerin der Welt (34) trifft Langzeit-Kanzlerin Merkel

Sanna Marin absolviert ihren Antrittsbesuch im Kanzleramt. Die mit 34 Jahren jüngste Ministerpräsidentin der Welt hat bereits wertvolle Erfahrungen im Gepäck.Christoph Lumme 19.02.2020 - 18:34 Uhr

Die finnische Regierungschefin und Kanzlerin Merkel bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Foto: Reuters

Düsseldorf. Angela Merkel ist 65 Jahre alt und seit 2005 Bundeskanzlerin, Sanna Marin 34 Jahre alt und seit gut zwei Monaten Finnlands Premierministerin. Merkel steht bald am Ende ihrer politischen Laufbahn, Marins Karriere hat gerade erst ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Merkel gilt als die Erfahrene, Marin als die Innovative.

Beim Antrittsbesuch der finnischen Ministerpräsidentin in Berlin trafen nicht nur zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander, sondern auch zwei Generationen. Gute Voraussetzungen für unkonventionelle Gespräche also, obwohl sich das Kanzleramt in der öffentlichen Kommunikation routiniert gab: Bei dem Treffen hätten europapolitische Fragen, die bilateralen Beziehungen und internationale Themen im Mittelpunkt gestanden.

Im politischen Betrieb Berlins heißt es immer wieder, man könne in Sachen Modernität der Verwaltung einiges von Finnland lernen. Tatsächlich verfügt die 34-jährige Sozialdemokratin Marin, die beim Weltwirtschaftsforum in Davos von den Medien wie ein Star hofiert wurde, über ein ungewöhnliches Kabinett: Zwölf der 19 Posten sind mit Frauen besetzt. Sie leiten zentrale Ressorts wie Finanzen, Inneres und Justiz. Und viele Ministerinnen sind noch keine 35.

Marin wurde 2015 ins Parlament gewählt. Seit Juni letzten Jahres war sie unter Regierungschef Antti Rinne für sechs Monate Verkehrs- und Kommunikationsministerin, ehe dieser im Dezember den Rücktritt einreichte und den Weg für sie frei machte.
Dass Marin bei aller Aufgeschlossenheit für moderne Strukturen und Experimente durchaus Bodenhaftung behält, wollen ihr politische Gegner im eigenen Land gerne mal absprechen.

Und so stürzten sie sich genüsslich auf die Nachrichten, die Anfang Januar um die Welt gingen: Marin wolle, hieß es, in Finnland die Vier-Tage-Woche einführen – mit täglichen Arbeitszeiten von sechs Stunden. „Bild“ etwa griff die Geschichte auf und schrieb vom „Job-Hammer im Norden“, den die „Finnen-Chefin“ angezettelt habe.

Tatsächlich jedoch hatte die Regierungschefin dies nie gesagt, Zitate aus einer lange zurückliegenden Podiumsdiskussion waren aus dem Kontext gerissen worden.

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