Friedensnobelpreisträgerin Matwijtschuk: „Putin ist ein Feigling, er hat Angst vor Stärke“
Kiew. Kurz bevor es losgeht, sitzt Oleksandra Matwijtschuk noch im Mantel und mit Rollkragen in einer der hinteren Reihen des Veranstaltungsorts. Die Heizung funktioniert nicht, im Saal ist es kalt und kurz vor Beginn der Diskussion ertönt auch noch Luftalarm über der ukrainischen Hauptstadt. Das ist aber nicht das größte Problem an diesem Mittwochabend.
Schon frühmorgens hatte sich abgezeichnet, dass der Republikaner Donald Trump als Sieger aus der US-Wahl hervorgehen würde. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer treibt nun die Sorge über die Folgen um. Die Zusammenkunft zum Thema „Frauen und Krieg“ ist daher auch eine Möglichkeit für gegenseitige Unterstützung.
Matwijtschuk stammt aus der Nähe von Kiew. Die Juristin ist Vorsitzende der ukrainischen Menschenrechtsorganisation Zentrum für bürgerliche Freiheiten. In dieser Funktion wurde die heute 41-Jährige im Jahr 2022 neben zwei anderen Preisträgern mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seit Jahren setzt sie sich für den Schutz von Bürgerrechten ein, dokumentiert Kriegsverbrechen auf der Krim, in den Regionen Donezk und Luhansk. Sie gilt als Expertin für die Lebensbedingungen in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine.
Im Interview mit dem Handelsblatt nimmt sie Stellung zu Trumps Versprechen, den Krieg binnen 24 Stunden zu beenden. Zudem erklärt sie, warum die Ukraine schon jetzt Reparationen braucht.