Geopolitik: Nord-Stream-Pipelines womöglich von proukrainischen Saboteuren zerstört
Den USA liegen nun offenbar neue Erkenntnisse vor.
Foto: via REUTERSBrüssel, Berlin. Die Zerstörung der Ostseepipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 war womöglich das Werk proukrainischer Saboteure. Das berichtet die „New York Times“ am Dienstag unter Berufung auf amerikanische Regierungsbeamte. Dem Handelsblatt wurden die Informationen bestätigt. Hinweise darauf, dass die Regierung in Kiew in die Planung verwickelt war, gibt es nicht.
Die „Zeit“ lieferte am Dienstagabend weitere Details zu dem mutmaßlichen Anschlag. Demzufolge konnten die Ermittler eine Jacht identifizieren, die offenbar für die Geheimoperation verwendet wurde. Das Boot soll von einer Firma mit Sitz in Polen angemietet worden sein, die zwei Ukrainern gehören soll.
Wie die „Zeit“ schreibt, bestand die Crew aus einem Kapitän, zwei Tauchern, zwei Tauchassistenten und einer Ärztin, die den Sprengstoff zu den Tatorten transportiert und dort platziert haben sollen. Die Nationalität der Täter sei unklar, vermutlich wurden gefälschte Reisepässe eingesetzt. Verbindungen zur ukrainischen Regierung konnten die Ermittler auch nach diesem Bericht nicht rekonstruieren.
Wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, durchsuchten Ermittler im Rahmen der Untersuchungen im Januar ein verdächtiges Schiff. Es bestehe der Verdacht, dass es zum Transport von Sprengstoff verwendet worden sein könnte. Details zu Tätern, Motiven oder Hintergründen könne man noch nicht treffen, so die Behörde. Ob es sich um das von der „Zeit“ beschrieben Schiff handelt, ist unklar.