G7-Gipfel: Was Scholz von Japan für die Zeitenwende lernen kann
Der Bundeskanzler will sich beim G7-Gipfel mit den anderen Teilnehmern dem Thema Wirtschaftssicherheit widmen.
Foto: dpaHiroshima, Brüssel. Die japanische Polizei hat alle Straßen abgeriegelt, als Kanzler Olaf Scholz in Hiroshima am Donnerstagnachmittag zum G7-Gipfel eintrifft. Alle drei Meter stehen über Kilometer hinweg in weiß gekleidete Polizisten, die die Straßen bewachen.
Der Einsatz der Polizisten mag ineffizient wirken, doch ansonsten kann Scholz viel von den Gastgebern des diesjährigen G7-Gipfels lernen.
Japan gilt als Vorbild in Sachen geopolitische Zeitenwende. Ob beim Thema Wirtschaftssicherheit oder bei Rohstoffen, die Regierung in Tokio hat früher als andere erkannt, dass China sich wandelt, aber nicht öffnet – und eine neue globale Ordnung anstrebt.
„Japan folgt da lange schon einem strategischen Ansatz. Ich bin überzeugt, davon können wir einiges lernen“, sagte SPD-Kanzler Scholz kürzlich in einem Handelsblatt-Interview.
So hat Japan früher als andere Länder seine Erfahrungen mit China gemacht. Nach einem Fischereidisput schnitt Peking Japan 2010 von der Versorgung mit seltenen Erden ab, die für die Herstellung von Hightech-Gütern unverzichtbar sind. Es war ein Weckruf für die japanische Regierung.