Handelskrieg: Drei Gründe für Trumps Eskalation im Zollstreit
Brüssel, Washington, New York. US-Präsident Donald Trump hat seine aggressive Handelspolitik weiter verschärft und am Samstag mit Zöllen in Höhe von 30 Prozent auf Importe aus der Europäischen Union und Mexiko gedroht. Wochenlange Verhandlungen haben bisher zu keinem Ergebnis geführt, Trump verliert offenbar die Geduld. Die neuen Zölle verschärfen den globalen Handelskonflikt, der das Verhältnis zu engen Verbündeten belastet und Investoren verunsichert.
Zwar gibt die Frist bis zum 1. August der EU und den zahlreichen betroffenen Ländern weltweit Zeit, Vereinbarungen auszuhandeln, die die angedrohten Zölle senken könnten. Die jüngste Eskalation macht jedoch auch deutlich, dass der Präsident zu jenem konfrontativen Kurs zurückkehrt, den er im April kurzfristig ausgesetzt hatte. Anders als im Frühling kann sich Trump aber nun stabile Märkte, robuste Wirtschaftsdaten und wachsende Zolleinnahmen stützen.
Das erklärt auch, warum die „blauen Briefe“ mit neuen Zöllen, die er vergangene Woche an insgesamt 25 Länder verschickte, im Ton von Tag zu Tag schärfer wurden. Für die EU ist der angedrohte Zollsatz von 30 Prozent auf europäische Waren höher als der angedrohte Satz im April, der damals bei 20 Prozent lag.