Ian Bremmer: „Wenn man Monster bekämpft, darf man nicht selbst zum Monster werden“
Israelische Artilleriestellung vor dem Gazastreifen.
Foto: IMAGO/XinhuaBrüssel. Nach Einschätzung des US-Politologen Ian Bremmer wird die Hamas-Führung den Krieg, den sie gegen Israel entfacht hat, nicht überleben. „Die Israelis müssen die Hamas-Führung und die anderen Milizen zerstören. Das ist in diesem Umfeld absolut notwendig“, sagt er im Interview mit dem Handelsblatt. Aber fest steht für ihn auch: Der Gewaltausbruch wirkt sich auf die gesamte Region aus, auch in Europa werden seine Folgen zu spüren sein.
Denn für die USA sei nun nicht mehr die Unterstützung der Ukraine die dringlichste außenpolitische Aufgabe, sondern der Schutz Israels: „Die Entwicklung ist für Amerikas europäische Alliierte im höchsten Maße besorgniserregend“, sagt Bremmer, der mit seiner Firma Eurasia Group Regierungen und Unternehmen in aller Welt berät.
Zugleich warnt er: Israel dürfe in seinem Anti-Terror-Feldzug nicht die gleichen Fehler machen wie die USA nach dem 11. September 2001. „Die USA sind groß genug, um sich solche Fehler leisten zu können. Israel ist es nicht.“
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Herr Bremmer, Ukrainekrieg, Migrationsdruck, jetzt der Angriff der Hamas auf Israel: Wird der Westen von Krisen überwältigt?
Die USA können mit einer weiteren Krise umgehen. Sie sind der wichtigste Sicherheitsakteur weltweit – mit großem Abstand. Die Kapazitäten, Israel zu helfen, sind zweifellos da. Es gibt breite überparteiliche Unterstützung für Israel. Das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern.