Impfstoffe: EU-Länder warten auf den russischen Impfstoff – doch die Hoffnung auf Sputnik V schwindet
Oberster Handelsvertreter für Sputnik V.
Foto: APBerlin, Brüssel. Das slowakische Institut für Arzneimittelkontrolle hatte im März viel zu tun. 200.000 Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V befinden sich im Land, eigenmächtig bestellt vom damaligen Regierungschef Igor Matovic, der wegen seines chaotischen Corona-Managements mittlerweile zurücktreten musste. Die Behörde untersuchte das Mittel, so gut sie konnte, prüfte pH-Wert, Farbe, Brennbarkeit und weitere chemische Eigenschaften.
Eine Studie zu Wirksamkeit und Sicherheit ist das jedoch bei Weitem nicht. Allerdings fanden die Prüfer schon mit den einfachen Methoden Auffälligkeiten: Die Impfstoffe sind nicht die gleichen wie jene, die in anderen Ländern verwendet werden, oder etwa jene, über die im Fachmagazin „The Lancet“ berichtet wurde, dessen ist sich die Behörde sicher.
Außerdem habe die Slowakei Chargen aus unterschiedlichen Fabriken erhalten, die sich auch voneinander unterschieden, heißt es in dem Bericht, den die Prüfer am 30. März abschickten und der nun an slowakische Medien gelangte.
Die Phase, in der europäische Politiker in der Hoffnung auf Unterstützung beim Kampf gegen das Coronavirus nach Moskau schielten, könnte angesichts solcher Meldungen bald zu Ende gehen.