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Infektionsschutz Höchste Corona-Alarmstufe: Paris schließt Bars und verbietet große Versammlungen

Für Paris und Umgebung gilt nach Infektions-Höchstständen die „maximale Alarmstufe“. Die Stadt verschärft die Maßnahmen – mit weitreichenden Folgen für Gastronomen.
05.10.2020 - 12:59 Uhr Kommentieren
Tausende Bars müssen in der französischen Hauptstadt ab Dienstag schließen. Quelle: Reuters
Paris

Tausende Bars müssen in der französischen Hauptstadt ab Dienstag schließen.

(Foto: Reuters)

Paris Frankreichs Hauptstadt Paris und die drei unmittelbar angrenzenden Départements Haut-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne müssen sich ab Dienstag neuen Restriktionen beugen, weil sie als Zonen mit dem höchsten Corona-Risiko eingestuft werden.

Die höchste Alarmstufe wird in Frankreich auch als „scharlachrot“ bezeichnet. Tausende Bars müssen ab Dienstag schließen. Die Universitäten und höheren Schulen sollen ihre Hörsäle und Klassenräume nur noch zur Hälfte auslasten. Restaurants dürfen weiter öffnen, falls sie sich einem als strikt bezeichneten Protokoll beugen.

Versammlungen mit mehr als 1000 Personen sind verboten, alle Ausstellungen und Messen ebenfalls. Auf öffentlichen Straßen und Plätzen dürfen sich nicht mehr als zehn Menschen gleichzeitig treffen, Demonstrationen und Beerdigungen ausgenommen. Märkte bleiben ebenfalls geöffnet.

„Wir passen uns permanent der Realität der Epidemie an, nach 15 Tagen nehmen wir eine Neubewertung vor“, sagte Polizeipräfekt Didier Lallement an diesem Montagmittag.

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    Die höchste Alarmstufe wird in der Hauptstadtregion ausgerufen, weil die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende weiter gestiegen ist. Innerhalb von sieben Tagen haben sich pro 100.000 Einwohner 260 Menschen neu angesteckt. Bei Bürgern im Alter über 65 Jahre liegt die Zahl über 110. Das dritte Kriterium des Gesundheitsministeriums ist ebenfalls erfüllt: Mehr als 36 Prozent der Intensivbetten sind mit Covid-19-Patienten belegt.

    Unter den 20- bis 30-Jährigen zirkuliert das Virus besonders heftig. Die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage übersteigt laut Aurélien Rousseau, Direktor der Regionalen Gesundheitsorganisation, in dieser Gruppe die Marke von 500 pro 100.000 Bürgern. In den kommenden Wochen werde mehr als die Hälfte der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt sein. Diese Entwicklung müsse unbedingt gebrochen werden.

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    In den vergangenen Wochen hatte man weder in den bekannten Pariser Terrassencafés noch in vielen Restaurants große Unterschiede zu der Zeit vor der Corona-Pandemie feststellen können: Anders als unmittelbar nach dem Lockdown standen die Tische wieder dicht an dicht und saßen die Gäste ohne jeden Sicherheitsabstand beieinander.

    Paradox ist, dass die neue Regelung für Restaurants in einigen Städten wie Marseille und Aix-en-Provence eine Lockerung bedeutet anstatt eine Verschärfung. Denn erst vor einer Woche hatte Gesundheitsminister Olivier Véran angeordnet, dass in den beiden Zentren Südfrankreichs alle Gaststätten vollständig schließen mussten. Die Anordnung hatte massive Proteste ausgelöst und war teilweise nicht befolgt worden.

    Offenbar wollte der Gesundheitsminister in Paris nicht dasselbe Risiko eines zivilen Ungehorsams eingehen. „Es geht hier nicht um ein ,Stop and Go‘, sondern darum, dass jeder seine Verantwortung wahrnimmt“, sagte Lallement. „Ich danke den Parisern vielmals, die alle das ihrige tun.“

    Alkoholverkauf und der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit nach 22 Uhr sind verboten. „Warteschlangen sind erlaubt, sie gelten nicht als unerlaubte Versammlung“, fügte der Polizeipräfekt mit unbeabsichtigtem Humor hinzu.

    Mehr: Die Pariser Regierung nimmt 2020 und 2021 hohe Defizite in Kauf, um den Aufschwung der Wirtschaft nach der Covid-Krise zu unterstützen.

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