John Bolton im Interview: Ex-Sicherheitsberater von Trump zu Iran: „Plötzlich heißt es 'Tod für den Ajatollah' und nicht mehr 'Tod für Amerika'“
Der außenpolitische Hardliner spricht sich für Interventionen in anderen Ländern aus – und könnte für das Präsidentenamt kandidieren.
Foto: ReutersWashington. Keine Minute zu lang darf das Zoom-Interview mit John Bolton dauern. Er müsse pünktlich weg, weil er noch einen Zahnarzttermin habe, erklärt der frühere Sicherheitsberater von Donald Trump im Weißen Haus.
Dabei könnte Bolton bald noch mehr Terminstress bekommen. Der Republikaner erwägt, als Bewerber in das Präsidentschaftsrennen 2024 einzusteigen. Trump sei eine „echte Gefahr“, sagt er im Handelsblatt-Interview.
2019 hatte sich Bolton mit Trump überworfen und danach einen Bestseller über seine Zeit im Weißen Haus geschrieben. Der 74-Jährige gilt als außenpolitischer Hardliner und fordert einen Regimewechsel im Iran, in Syrien und Nordkorea. Er arbeitete in Spitzenpositionen für George W. Bush und Ronald Reagan.
Der Iran, so Bolton, sei eine wachsende Gefahr für den Nahen Osten – und damit auch für die westliche Welt.
Lesen Sie hier das gesamte Interview mit John Bolton:
Herr Bolton, das US-Justizministerium hat Anklage gegen einen iranischen Staatsbürger erhoben, der Sie ermorden lassen wollte. Wie ernst war die Situation?
Der Mann ist hochrangiges Mitglied der iranischen Revolutionsgarde. Er hatte einen Killer beauftragt, der mich ermorden sollte. Die Behörden sagen, die Pläne waren ziemlich vorangeschritten, sie gingen über übliche Drohungen im Netz hinaus. Es sollte ein Auftragsmord werden.