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Klimaneutralität Einbinden statt abweisen: Wie Russland den europäischen Green Deal möglich machen könnte

Eine Studie rät der EU zur Kooperation mit Russland, um im Klimaschutz voranzukommen. Gerade beim Thema Wasserstoff könnten die Russen wichtige Beiträge leisten, so die Autoren.
19.05.2021 - 13:21 Uhr Kommentieren
Künftig könnte die Leitung für den Transport von Wasserstoff genutzt werden. Quelle: dpa
Rohre für die Pipeline Nord Stream 2

Künftig könnte die Leitung für den Transport von Wasserstoff genutzt werden.

(Foto: dpa)

Berlin Russland könnte für die Erreichung der europäischen Klimaziele eine Schlüsselrolle spielen und sollte daher in die Umsetzung des Green Deals einbezogen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberatung Bingmann Pflüger International, die dem Handelsblatt vorliegt.

Das Autorenteam um Friedbert Pflüger verweist auf die enormen Potenziale Russlands bei der Nutzung erneuerbarer Energien, bei der CO2-Abscheidung durch Aufforstung und bei der Wasserstoffproduktion.

Die EU sollte Russland daher „ein Angebot im Rahmen des European Green Deals unterbreiten, die Transformation und Dekarbonisierung seiner eigenen Wirtschaft im Sinne einer emissionsarmen Klima-, Energie- und Ressourcenpartnerschaft mit der EU und ihren Mitgliedstaaten voranzutreiben“, heißt es in der Studie.

Ziel des Green Deals der EU ist es, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu machen. Auch Russland hat sich zu Klimaschutzzielen bekannt. Präsident Wladimir Putin hatte Ende vergangenen Jahres die Regierung per Dekret angewiesen, bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen auf 70 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Auf welchem Wege das geschehen soll, ist allerdings weitgehend unklar.

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    Die Autoren der Studie halten eine Kooperation zwischen der EU und Russland im Klimaschutz auch für hilfreich, um die zuletzt äußerst angespannten europäisch-russischen Beziehungen zu beleben. „Schon einmal – vor einem halben Jahrhundert – war es die Energiepolitik, die in Zeiten des Kalten Krieges den Weg zu einer Entspannung ebnete.

    Das Erdgas-Röhrengeschäft, das die Regierung Brandt gemeinsam mit der deutschen Wirtschaft einfädelte, ebnete den Weg zu friedlicher Koexistenz und Friedenssicherung. Auch jetzt könnte die Energie- und vor allem die Klimapolitik den Weg für einen Neustart der Beziehungen ebnen“, heißt es in der Studie.

    Studie legt Fokus auf Nord Stream 2

    Hohes Potenzial sehen die Autoren in Russland insbesondere beim Thema Wasserstoff. Russland hege mit seinen Unternehmen nachvollziehbare Ambitionen und könne im Rahmen einer Partnerschaft dazu beitragen, „die enorme projizierte europäische Versorgungslücke mit Exporten sowie in Europa lokalisierter Produktion“ zu füllen. Umgekehrt könnte Russland insbesondere bei Elektrolysetechnologien vom europäischen Know-how profitieren, schreiben die Autoren der Studie.

    Einen besonderen Fokus legt die Studie dabei auf die künftige Rolle der noch nicht komplett fertiggestellten Ostsee-Pipeline Nord Stream 2, deren Bau von einigen EU-Staaten und insbesondere von den USA bekämpft wird. Nord Stream 2 könne „zukünftig auch große Mengen Wasserstoff nach Europa bringen“, heißt es darin.

    Klimaneutraler Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der europäischen Klimaziele. Er wird in den kommenden Jahrzehnten in großen Mengen benötigt, um Prozesse in der Stahl- oder der Chemieindustrie oder auch den Schwerlast- und Flugverkehr zu dekarbonisieren.

    Die EU wird aufgrund begrenzter Flächenpotenziale für die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen, der für die Wasserstoffelektrolyse in großen Mengen benötigt wird, auf den Import von klimaneutralem Wasserstoff angewiesen sein. Russland könnte dabei eine wichtige Rolle übernehmen.

    Auftraggeber der Studie ist die Organisation Dialog Europe Russia (DER), die 2011 in Wien gegründet wurde und in deren Board beispielsweise der frühere österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel und Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, sitzen.

    Mehr: Warum Klimazölle ein notwendiges Übel sind.

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