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KommentarWasserstoff könnte ein Milliardengeschäft werden – für Euphorie ist es aber zu früh

Es ist richtig, dass sich Konzerne wie Siemens Energy aufs Wasserstoff-Zeitalter vorbereiten. Doch viele Rahmenbedingungen sind noch nicht geklärt.Axel Höpner 17.05.2021 - 17:36 Uhr Artikel anhören

In den nächsten Jahren werden nur wenige mit Wasserstoff Geld verdienen.

Foto: dpa

Das Thema Wasserstoff fasziniert Unternehmen, Beschäftigte, Investoren und Öffentlichkeit gleichermaßen. Getrieben durch die Energiewende und den Kampf gegen den Klimawandel könnte Wasserstoff in einigen Jahren zum Milliardengeschäft werden.

Daher ist es gut, dass sich deutsche Konzerne wie Siemens Energy, Thyssen-Krupp und MAN Energy Solutions frühzeitig positionieren. Denn jetzt können die Grundlagen für eine starke Wettbewerbssituation geschaffen werden, wenn der Markt in einigen Jahren wirklich anspringt.

Doch bei aller Euphorie: Das wird noch einige Zeit dauern. In den nächsten Jahren werden nur wenige mit Wasserstoff Geld verdienen. Damit die Geschäftsmodelle funktionieren, müssen vor allem die Rahmenbedingungen stimmen. Ohne starke Unterstützung von der Politik wird die Wasserstoffwirtschaft auch in Deutschland nur schwer in Gang kommen. Ein starker Heimatmarkt kann aber auch bei der globalen Positionierung helfen.

Noch aber sind viele Fragen ungeklärt. So muss zum Beispiel entschieden werden, unter welchen Voraussetzungen es eine EEG-Umlagebefreiung für die Produktion von grünem Wasserstoff gibt.

Doch auch die Unternehmen müssen ihren Teil leisten. Und Siemens Energy kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Der neue Dax-Konzern stellt unter anderem Elektrolyseure her, mit denen der Wasserstoff produziert wird.

Die Technologie gibt es schon seit Jahrzehnten. Jetzt aber müssen die Elektrolyseure leistungsstärker und günstiger werden. Dazu bedarf es einer Produktion der Elektrolyseure im industriellen Stil. Siemens Energy sucht gerade nach einem passenden Standort dafür.

Natürlich sind die Begehrlichkeiten im Siemens-Energy-Reich groß. Denn lange war die Lage in der ehemaligen Kraftwerkssparte von Siemens eher trist: Der Konzern war besonders bei großen Gasturbinen stark, deren Effizienz und Größe mit jeder Generation weiter gesteigert wurden.

Doch Siemens verpasste zwischenzeitlich den Paradigmenwechsel: In Zeiten der Energiewende sind vor allem kleine, dezentrale Lösungen gefragt. In der Folge hangelte sich die Siemens-Kraftwerkssparte von einer Restrukturierung zur nächsten.

Dass sich die Stimmung im abgespaltenen Siemens-Energy-Konzern aufgehellt hat, hat auch etwas mit dem Thema Wasserstoff zu tun. Endlich geht es nicht immer nur um neue Stellenabbau-Runden, sondern um Zukunftsthemen.

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Und so hoffen nun viele Siemens-Energy-Standorte, die bislang vor allem traditionelle Produkte fertigen, einen Teil des Kuchens abzubekommen. Wacklige Standorte wie Görlitz könnten ihre Zukunft sichern, indem sie für den Konzern zu einem Wasserstoff-Cluster werden.

Noch ist keine Entscheidung getroffen. Und: Aus den Träumen kann nur etwas werden, wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft.

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