Kriegsschäden: Zerbombte Fabriken, Läden und Häfen: So dramatisch ist die Lage der ukrainischen Wirtschaft
Die Stadt stand einen Monat lang unter russischer Besatzung. Nun erhalten die Einwohner Lebensmittelrationen in Pappkartons, weil die Läden nicht mehr existieren.
Foto: dpaBerlin. Mit einem Einbruch des ukrainischen Bruttoinlandsprodukts um 45 Prozent rechnet die Weltbank in diesem Jahr. Doch „es könnte auch noch viel schlimmer kommen“, warnt Taras Kyrytschenko. Alle ukrainischen Häfen „sind zu“, wie er sagt, und die vor allem im Osten des Landes angesiedelte Schwerindustrie liege weitgehend brach.
Der aus der Hauptstadt Kiew in die sicherere West-Ukraine übergesiedelte Unternehmer ist Aufsichtsrat der Logistikfirma Nowa Poschta und war bis vor Kurzem auch in den Kontrollgremien der staatlichen Sparkasse Oschadbank und anderer Geldhäuser. So hat er einen guten Überblick über die Wirtschaft in seiner Heimat: Und dort sieht er „kolossale Verluste“.
Vize-Regierungschefin und Wirtschaftsministerin Julia Swyrydenko nennt eine Summe: 565 Milliarden Dollar. So hoch sei der bisherige Kriegsschaden, so viel habe der russische Überfall ihr Land gekostet. Darunter sei der zu erwartende Einbruch des BIP um 112 Milliarden Dollar, zerstörte Infrastruktur im Umfang von 119 Milliarden Dollar, 48 Milliarden Dollar an verlorenen Staatseinnahmen. Und dann seien da noch 90,5 Milliarden Dollar für zerstörte Wohnungen und private Häuser sowie 80 Milliarden Dollar Verluste von Unternehmen und vieles mehr.