Russell Vought: Trumps neuer „Mr. Doge“ ist unscheinbar –aber knallhart
Washington. Eine Stunde lang antwortet Russell Vought so kurz und knapp wie möglich. Keine Gesichtsregung ist erkennbar bei einer der wichtigsten Personen in Donald Trumps Beraterkreis. Doch plötzlich kommt der Budgetchef des Weißen Hauses in Fahrt.
Bei einem vom Magazin „Christian Science Monitor“ organisierten Frühstück in Washington wird er nach der Gefahr eines „Braindrains“ gefragt – der Abwanderung von Wissenschaftlern und Forschern ins Ausland, bedingt durch staatliche Mittelkürzungen. „Das Gegenteil ist der Fall“, hält Vought dagegen. „Unsere intellektuelle Elite weiß es zu schätzen, wenn ihre Arbeit endlich legitimiert wird.“
Dann zählt er bereits gestrichene Förderposten auf, die er für absurd hält. Einen Zettel braucht er nicht, er hat die Zahlen im Kopf: 2,3 Millionen Dollar, um Hunden Kokain zu injizieren, 75.000 Dollar für eine Harvard-Studie über Eidechsen, die mit Laubbläsern von Bäumen gefegt werden, und 699.000 Dollar für eine Studie zum Cannabiskonsum unter nonbinären Menschen. Nicht der finanzielle Kahlschlag der Trump-Regierung schade dem Land, sondern „dieser Unfug“.
Bei dem Treffen am Donnerstag bekam man einen Eindruck davon, wie der oft zurückhaltende Vought hinter verschlossenen Türen auftritt. Er ist nach außen hin unscheinbar – Typ Salz-und-Pfeffer-Bart, Kastenbrille und Aktenkoffer –, aber in der Sache knallhart.
Offiziell lautet Voughts Titel „Director of the Office of Management and Budget“ (OMB), doch er ist so viel mehr als das: ein ideologischer Wortführer der „Make America great again“-Bewegung (MAGA) und einer der wenigen Trump-Vertrauten, die den Präsidenten seit Jahren eng begleiten. Jetzt nimmt sein Einfluss im Weißen Haus und darüber hinaus spürbar zu.