Streiks in den USA: Die neue Macht der amerikanischen Arbeiter-Generation
Die Autogewerkschaft UAW fordert 40 Prozent mehr Gehalt über die kommenden vier Jahre.
Foto: ReutersNew York. „Stand Up! – Saving The American Dream“, steht auf den Plakaten, die die Arbeiter des Jeep-Werks in Toledo im Bundesstaat Ohio hochhalten. Aufstehen, um den amerikanischen Traum zu retten.
Die Männer und Frauen sind Teil der rund 150.000 Arbeiter der US-Autoindustrie, die in diesen Tagen bei Ford, GM und Stellantis für höhere Löhne und bessere Sozialleistungen streiken. Die Mitglieder der mächtigen Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW) fordern 40 Prozent mehr Gehalt über die kommenden vier Jahre.
Und nicht nur die Arbeiter der Autoindustrie streiken derzeit. Auch die Drehbuchschreiber und Schauspieler in Hollywood haben seit Wochen ihre Arbeit niedergelegt.
Beim Paketdienst UPS und bei den Piloten der großen US-Fluggesellschaften Delta, United und American haben die Mitarbeiter im Sommer Lohnerhöhungen zwischen 30 und 40 Prozent erstritten. Bei bislang nicht gewerkschaftlichen Unternehmen wie Starbucks, Amazon oder der Aldi-Nord-Tochter Trader Joe’s gibt es Versuche, Arbeitnehmervertretungen zu gründen.
Amerika ist im Streikmodus. Seit Jahrzehnten haben nicht mehr so viele amerikanische Arbeiter ihre Dienste niedergelegt, um für bessere Bedingungen zu kämpfen. Allein im August sind wegen Streiks laut Arbeitsministerium 4,1 Millionen Arbeitstage verloren gegangen. Das ist die höchste monatliche Zahl seit August 2000.