Ukraine-Krieg: Auf Weisung des Kremls: Russisches Staatsfernsehen berichtet erstmals von Niederlagen in der Ukraine
Ein Nachrichtenmoderator soll am Dienstag in seiner Nachrichtensendung bei Rossija 1 gesagt haben: „Auf dem Schlachtfeld läuft es nicht gut für uns.“
Foto: IMAGO/SNABerlin. Das russische Staatsfernsehen berichtet in letzter Zeit über Rückzüge und Niederlagen der eigenen Truppen in der Ukraine. Die Anweisung käme direkt aus dem Kreml, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Grund sei die Sorge Putins, „dass seine unerbittlich optimistische Propaganda wachsende Zweifel in der Öffentlichkeit schürt“.
Der prominenteste Nachrichtenmoderator Russlands, Wladimir Solowjow, soll am Dienstag in seiner Nachrichtensendung bei Rossija 1 gesagt haben: „Auf dem Schlachtfeld läuft es nicht gut für uns.“
Ebenfalls im ersten Sender soll Kriegsreporter Alexander Sladkow Schwierigkeiten in der Ukraine zugegeben haben. „Ich weiß, es ist schrecklich, das im achten Monat der Operation zu hören.“
Der Politikwechsel habe zu einer Zunahme „ungewöhnlich öffentlicher Kritik am Militär“ geführt, bestätigen Personen, die mit dem strengen Nachrichtenmanagement des Kremls vertraut sind, der Nachrichtenagentur. Schon in den vergangenen Wochen nahm die lautstarke Kritik aus dem Umfeld Putins zu – Ramzan Kadyrow griff sogar das Verteidigungsministerium direkt an.
Die Behörden würden zudem hoffen, dass weniger Unwahrheiten in den Berichten über die Situation in der Ukraine zu mehr Unterstützung seitens der Öffentlichkeit führt. Diese sei seit der Teilmobilisierung in Sorge, berichtet Bloomberg.