Ukraine-Krieg: Geflohen aus Putins Russland Richtung Berlin – Mit dem Fahrrad über die Grenze
Die Mutter und der Musiker sind nach dem Krieg aus Russland geflohen.
Foto: TagesspiegelSie fliehen, weil sie in ihrer Heimat keine Zukunft mehr sehen. Hunderttausende Russinnen und Russen – viele von ihnen IT-Spezialistinnen, Künstler und politisch Aktive – haben seit Beginn des Angriffskrieges ihr Land verlassen. Wie viele genau, das ist schwer zu sagen. Russische Staatsbürger können ohne Visum in Länder wie Georgien und Kasachstan einreisen. Einige kehrten im Laufe der Zeit zurück. Andere wanderten dauerhaft aus.
Für die Einreise nach Deutschland benötigen Menschen mit russischer Staatsbürgerschaft dagegen ein Visum, einen Aufenthaltstitel oder sie stellen Antrag auf Asyl. So gehörte Russland vergangenes Jahr zu den zehn Ländern, aus denen die meisten Asylanträge für Deutschland 2022 gekommen sind. Konkret handelt es sich um 3862 Anträge russischer Staatsbürger, wie aus Daten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge hervorgeht.
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Die Gründe für die Ausreise von Russinnen und Russen sind vielfältig: Vor allem Männer sind nach Beginn der „Teilmobilisierung“, von der in Wahrheit nicht nur Reservisten betroffen waren, ins Ausland geflohen. Andere sind gleich zu Beginn des Krieges ausgereist, als sich westliche Unternehmen aus Russland zurückgezogen hatten. Der Tagesspiegel hat mit Russinnen und Russen gesprochen, die vergangenes Jahr nach Berlin gezogen sind. Was waren die Gründe dafür? Wie sieht ihr neuer Alltag aus? Und wie nehmen Menschen in Deutschland sie wahr? Drei Erfahrungsberichte.